Installierte Basis in Manufacturing Cloud: Assets
Bevor Garantieprüfung, Rückrufe oder ein Agent in der Manufacturing Cloud arbeiten können, braucht jede Maschine ein Asset mit Seriennummer, Produkt, Betreiber, Standort und dem Datum, an dem die Garantie beginnt. Die Manufacturing Cloud ergänzt drei Dinge: Asset-Meilensteine für Ereignisse im Lebenszyklus, Beteiligte auf Account- und Kontaktebene und Flotten für Kunden mit vielen Maschinen. Das Datenmodell ist der leichte Teil. Schwierig ist die Herkunft der Daten, denn ERP-Lieferung, Registrierung durch den Händler und Inbetriebnahme kennen jeweils nur einen Teil. Ich würde festlegen, wem welches Feld gehört, bevor der erste Garantieantrag geprüft wird.
Was muss die Manufacturing Cloud über jede Maschine wissen?
Das Asset ist der Anker im After-Sales. Die Serviceseite der Manufacturing Cloud1 beschreibt die Asset Service Console als Ort, an dem „serial number and associated contacts“ erfasst werden und „warranties, cases, work orders, and claims tied to an asset“ sichtbar sind. Jeder dieser Datensätze zeigt auf das Asset. Fehlt es, haben Garantieantrag, Rückruf und Agent nichts, woran sie hängen.
Das Minimum pro Maschine aus meiner Sicht:
- Seriennummer. Der Schlüssel, den ERP, PLM, Händler und Salesforce gemeinsam haben.
- Produkt. Der Maschinentyp, damit Garantiebedingungen und Kampagnen nach Produkt auswählen können.
- Betreiber-Account und Standort. Wer die Maschine betreibt und wo sie steht.
- Garantiebeginn. Kauf- oder Installationsdatum, je nach Ihren Bedingungen. Wie die Garantie des einzelnen Assets damit arbeitet, steht in Garantieansprüche von Händlern.
- Nutzung, wenn Ihre Garantie an Betriebsstunden oder Zyklen gebunden ist.
Hauptbaugruppen können als untergeordnete Assets unter der Maschine stehen. Wie diese Hierarchie bei Ersatzteilen hilft, beschreibt Ersatzteile per Seriennummer.
Was halten Asset-Meilensteine fest?
Ein Asset-Meilenstein ist ein datiertes Ereignis im Leben einer Maschine. Die Objektreferenz AssetMilestone2 beschreibt ihn als „the key events in the lifecycle of an asset, such as manufacturing, registration, or resale“. Das Objekt gibt es ab API 58.0, es hängt per Master-Detail am Asset. Die Felder:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| MilestoneDate, ExpiredDate | Wann das Ereignis stattfand und ab wann es nicht mehr gilt |
| MilestoneType | Art des Ereignisses; die Referenz nennt keine Werte, Sie legen sie selbst fest |
| Stage, StageComment | Active, Expired oder Tentative, mit Begründung, etwa warum ein Datum noch vorläufig ist |
| Address, Location | Wo das Ereignis stattfand |
| SourceSystemName, SourceSystemIdentifier | Welches System das Ereignis gemeldet hat, und die ID dort |
Zwei Felder sind mir am wichtigsten. Die Quellsystem-Felder machen jedes Datum nachvollziehbar: Sie sehen, ob das Lieferdatum aus dem ERP kam oder von einem Händler eingetippt wurde. Und der Status Tentative passt zu einer typischen Lücke: Der Händler meldet ein Übergabedatum, das noch niemand bestätigt hat.
Meilensteine sind allerdings Historie. Der Garantiebeginn sollte trotzdem ein einziger Wert am Asset oder an der Asset-Garantie sein, abgeleitet nach einer schriftlichen Regel wie „Installationsmeilenstein, sonst Lieferung plus 90 Tage“. Sonst wählt jeder Sachbearbeiter einen anderen Meilenstein.
Hersteller, Händler, Betreiber und Servicepartner hängen an einer Maschine
Der Hersteller baut sie, ein Händler verkauft sie, ein Kunde betreibt sie, ein Servicepartner wartet sie. Die Manufacturing Cloud bildet das mit zwei Verbindungsobjekten ab, beide ab API 59.0:
- Asset Account Participant verbindet einen Account mit einem Asset. Die Referenz3 nennt „Customer“ als Rolle.
- Asset Contact Participant verbindet einen Kontakt mit einem Asset. Die Referenz4 nennt „Service Manager“ als Rolle.
Für Kunden mit vielen Maschinen gibt es Flotten. Die Referenz zu Fleet5 beschreibt „a group of assets used in commercial, service, or transport operations in the manufacturing industry“, mit Owner-Account, Standort, übergeordneter Flotte, Status und den Typen Commercial, Employee, Executive und Material. Der Fleet-Asset-Datensatz6 verbindet eine Maschine mit Start- und Enddatum mit der Flotte und hält ihre Nutzung mit Maßeinheit fest. Das passt zu einem Vermieter oder einem Logistikkunden mit Gabelstaplern an mehreren Standorten.
Die Anlagendaten kommen aus drei Quellen
Keine der Quellen kennt alles. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen: Ein Maschinenbauer verkauft 6.000 Maschinen im Jahr, überwiegend über 50 Händler. Das ERP kennt Seriennummer, Produkt, Baudatum und den Händler, an den geliefert wurde. Den Endkunden kennt es nicht.
| Daten | Quelle | Owner |
|---|---|---|
| Seriennummer, Produkt, Baudatum | ERP-Lieferung oder Fertigung | ERP |
| Händler, der die Maschine erhalten hat | ERP-Lieferung | ERP |
| Endkunde, Übergabedatum | Registrierung im Händlerportal | Händler erfasst, Hersteller prüft |
| Installationsdatum, Standort | Inbetriebnahmeprotokoll | Service |
| Betriebsstunden | Händler, Kunde oder Telemetrie | Hängt an den Garantiebedingungen |
In diesem Szenario hängt der Garantiebeginn am Händler. Ist die Registrierung freiwillig, fehlt bei einem großen Teil der Maschinen das Startdatum, und jeder Antrag dazu wird zur Handarbeit. Ich würde die Registrierung im Portal zur Pflicht machen, am besten verknüpft mit etwas, das der Händler will, etwa dass Garantieanträge nur für registrierte Maschinen angenommen werden. Welche Lizenz Händler dafür brauchen, steht im Beitrag zum Kundenportal der Manufacturing Cloud.
Die Owner-Spalte ist die eigentliche Arbeit. Schreiben Sie sie pro Feld auf, wie in der Object Ownership Matrix, und planen Sie die ERP-Schnittstelle danach. Dabei unterstütze ich unter Salesforce-Schnittstellen.
Was zeigt die Asset Service Console?
Alles, was an einer Maschine hängt. Laut Serviceseite zeigt sie „alerts, milestones, and service history“ eines Assets, dazu Garantien, Cases, Arbeitsaufträge und Garantieanträge. Der Überblick auf Trailhead7 nennt sie einen Arbeitsplatz „to manage cases, assets, warranties, and service histories“.
Eine Konsole wirkt nur so vollständig wie die Daten dahinter. Das gilt genauso für den Garantie-Prüfagenten aus Winter ’27: Er liest Seriennummer und Garantiebeginn wie ein Mensch, fragt aber nicht nach, wenn sie fehlen. Der Beitrag schlägt einen einfachen Test vor: Zählen Sie, wie viele Seriennummern aus den Anträgen des Vorjahres als Asset mit Startdatum existieren.
Beim Arbeitsauftrag beginnt Field Service
Assets, Meilensteine, Beteiligte und Flotten sind gemeinsamer Boden. Wartungspläne, Arbeitsaufträge, Termine und Technikerlager gehören zu Field Service, beschrieben im Kapitel zu Assets und Wartung der Field-Service-Masterclass und im Beitrag zu Wartungsverträgen. Entwerfen Sie das Asset-Modell einmal für beide, nicht pro Projekt.
Zwei Add-ons kommen hier oft auf den Tisch. Laut Add-on-Seite8 kostet Connected Assets 15.000 US-Dollar pro Org und Monat und bringt Telemetrie; Asset Service Lifecycle Management kostet 75 US-Dollar pro Nutzer und Monat und gehört zu den Field-Service-Editionen. Für eine saubere installierte Basis brauchen Sie keines davon. Ob Telemetrie sich lohnt, steht in Predictive Maintenance in Salesforce.
Lücken in den Garantieanträgen des Vorjahres zählen
- 01
Lücken zählen
Nehmen Sie die Garantieanträge des Vorjahres und prüfen Sie, wie viele Seriennummern als Asset mit Betreiber und Startdatum existieren.
- 02
Regel für den Garantiebeginn schreiben
Welcher Meilenstein startet die Garantie, und was gilt, wenn er fehlt.
- 03
Owner pro Feld festlegen
ERP, Händler oder Service, einer pro Feld.
- 04
Meilensteintypen definieren
Lieferung, Registrierung, Installation, Weiterverkauf, Verschrottung: nur die, die jemand wirklich pflegt.
- 05
Registrierung zur Pflicht machen
Als festen Schritt im Händlerprozess.
Die Quote aus dem ersten Schritt, Seriennummern mit Betreiber und Startdatum geteilt durch alle Anträge, ist die Zahl, an der ich das Projekt messe. Das ganze Bild zum After-Sales steht im Kapitel Garantie und After-Sales der Masterclass Manufacturing Cloud.
Quellen8
- 1Serviceseite der Manufacturing Cloud (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
- 2Objektreferenz AssetMilestone (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
- 3Referenz (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
- 4Referenz (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
- 5Referenz zu Fleet (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
- 6Fleet-Asset-Datensatz (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
- 7Überblick auf Trailhead (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
- 8Add-on-Seite (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Asset-Meilenstein in der Manufacturing Cloud?
Ein Asset-Meilenstein hält ein wichtiges Ereignis im Lebenszyklus einer Maschine fest, etwa Fertigung, Registrierung oder Weiterverkauf. Er enthält Datum, Status (Active, Expired oder Tentative), Ort sowie Name und ID des Quellsystems. Das Objekt gibt es ab API-Version 58.0.
Welche Anlagendaten braucht die Garantieprüfung in Salesforce?
Mindestens Seriennummer, Produkt, Betreiber-Account und Garantiebeginn, also Kauf- oder Installationsdatum je nach Ihren Bedingungen. Ist die Garantie an die Nutzung gebunden, brauchen Sie zusätzlich Betriebsstunden oder Zyklen pro Maschine.
Was ist eine Flotte in der Manufacturing Cloud?
Eine Flotte ist eine Gruppe von Maschinen, die im kommerziellen Betrieb, im Service oder im Transport eingesetzt werden. Sie hat einen Owner-Account, einen Standort, einen Typ, einen Status und kann in einer Hierarchie stehen. Fleet-Asset-Datensätze verbinden Maschinen mit Start- und Enddatum und Nutzung mit der Flotte.
Brauche ich Connected Assets für eine installierte Basis in Salesforce?
Nein. Assets, Meilensteine, Beteiligte und Flotten sind Datensätze, die Sie aus dem ERP, dem Händlerportal und der Inbetriebnahme laden. Connected Assets bringt Telemetrie und kostet laut Add-on-Seite 15.000 US-Dollar pro Org und Monat.