Arbeitsweise
Fragen, die ich in jedem Salesforce-Projekt stelle
Bevor ich eine Architektur zeichne, stelle ich Fragen. Meistens dieselben, und meistens sind die Antworten interessanter als das Lastenheft. Hier ist die Liste. Wenn Sie bei drei davon keine schnelle Antwort haben, lohnt sich ein Gespräch.
Zu Ziel und Termin
- 01
Welches Problem soll in einem Jahr nicht mehr existieren?
Nicht „Salesforce einführen“, sondern zum Beispiel: Serviceeinsätze ohne Rückfragen planen. Ohne dieses Ziel misst niemand, ob das Projekt etwas gebracht hat.
- 02
Woran merkt der Fachbereich, dass es funktioniert?
Eine Zahl, die heute schon jemand erhebt. Wenn es keine gibt, ist das der erste Arbeitspunkt.
- 03
Muss das wirklich in Salesforce?
Manche Anforderung gehört ins ERP, in die Telefonanlage oder in ein spezialisiertes Tool. Die Frage ist günstiger vor der Umsetzung als danach.
- 04
Was passiert, wenn der Go-live nicht zum geplanten Termin kommt?
Die Folgen sind meist teurer als gedacht: Der Vertrag für das Altsystem läuft weiter, das Partnerteam bleibt länger an Bord, der Fachbereich pflegt Daten doppelt, und das Vertrauen in das Projekt sinkt mit jeder Verschiebung. Wer diese Kosten pro Monat kennt, kann entscheiden, ob ein kleinerer erster Go-live besser ist als ein später großer.
Zu Verantwortung und Partnern
- 05
Wer entscheidet, wenn zwei Partner unterschiedliche Lösungen vorschlagen?
Wenn die Antwort „der lauteste“ ist, fehlt eine Architekturrolle.
- 06
Wem gehören Repository, Pipeline und Backlog?
Liegen sie beim Implementierungspartner, wird ein Partnerwechsel teuer.
- 07
Wer prüft, was die Partner liefern, bevor es in die Abnahme geht?
Probleme, die erst im UAT oder in Produktion auftauchen, kosten ein Vielfaches.
Zu Daten und Schnittstellen
- 08
Welches System ist für Kunden, Produkte und Preise führend?
Manufacturing-Projekte scheitern selten in Salesforce. Sie scheitern an der ERP-Schnittstelle und an doppelten Stammdaten.
- 09
Was passiert, wenn die Schnittstelle zum ERP eine Stunde ausfällt?
Wenn das niemand weiß, ist es noch nicht entschieden.
- 10
Wie viele Daten sind in drei Jahren im System?
Was mit 10.000 Datensätzen läuft, kann bei 10 Millionen stehen bleiben. Sharing-Modell und Automatisierungen müssen das von Anfang an aushalten.
Zum Betrieb
- 11
Wer betreibt das in drei Jahren?
Wenn alle Antworten auf diese Frage Namen von Externen sind, fehlt ein Plan für die Übergabe.
- 12
Wie kommt eine Änderung in Produktion, und wer kann sie zurückdrehen?
Drei Releases im Jahr von Salesforce plus eigene Releases brauchen einen Prozess, nicht Mut.
- 13
Was kosten die Lizenzen, wenn der Rollout fertig ist?
Die Lizenzprognose gehört in die Architekturentscheidung, nicht in die Budgetrunde danach.
Zum Schluss
- 14
Was wurde schon einmal versucht und hat nicht funktioniert?
Die ehrlichste Antwort im ganzen Projekt. Sie spart oft Monate.