← Alle Artikel

Manufacturing Cloud Funktionen: was enthalten ist

Die Salesforce Manufacturing Cloud enthält drei Gruppen von Funktionen: Sales Agreements, Prognosen, Programme, Ziele und Besuche für den Vertrieb, Garantie, Servicekampagnen und zwei Konsolen für den Service, Boni und Partnerfunktionen für den Händlerkanal. Die meisten werden einzeln eingeschaltet. Der Satz „Wir haben die Manufacturing Cloud“ sagt deshalb wenig darüber, was tatsächlich läuft. Einige Funktionen, die Salesforce direkt daneben aufführt, werden extra verkauft, darunter Ship and Debit und Connected Assets. Bevor ein Angebot unterschrieben wird, sollte jede Funktion, von der der Business Case abhängt, darin stehen, zusammen mit der Lizenz, die sie abdeckt.

Was enthält die Manufacturing Cloud für den Vertrieb?

Die Manufacturing Cloud ist eine Industry Cloud auf Sales Cloud und Service Cloud, mit einem eigenen Datenmodell für Hersteller. Ob sie sich überhaupt lohnt, steht in wann lohnt sich die Manufacturing Cloud. Hier geht es um die engere Frage, was im Paket steckt. Die Produktseite für den Vertrieb1 und der Trailhead-Überblick2 nennen fünf Vertriebsfunktionen:

Funktion Was sie tut Welche Frage sie beantwortet
Sales Agreements Rahmenverträge mit geplanten Mengen, Preis, Kosten und Marge pro Zeitraum; Ist-Werte aus ERP oder Auftragsverwaltung Welcher Kunde liegt hinter seiner Zusage?
Account Forecasting Prognose über Neugeschäft und laufendes Geschäft, mit Formel-Editor und Übergabe an Absatz- und Finanzplanung Was nimmt jeder Kunde pro Produkt und Monat ab?
Programmgeschäft Marktgröße pro Hersteller und Programm, externe Bedarfsdaten, Komponentenprognosen Wie viele Komponenten braucht ein OEM-Programm?
Account Manager Targets Ziele von oben nach unten, nach Menge, Umsatz oder eigener Kennzahl Liegt das Team pro Kunde, Produkt und Region im Plan?
Besuchsmanagement Besuche aus Vorlagen, Aufgaben und Kennzahlen mobil erfasst Was hat der Vertrieb beim Kunden oder Händler geprüft?

Prognosen gibt es zweimal: Die Einstellungen kennen einen Schalter für Account Forecasts und einen für Advanced Account Forecasting. Der Trailhead-Überblick nennt nur die erweiterte Variante. Wie sie arbeitet und wo sie endet, steht in Account Forecasting für die Absatzprognose, das Programmgeschäft in Programmgeschäft: Prognosen für Zulieferer.

Trailhead nennt außerdem Product Catalog Management, das Produktdefinitionen und Preisstrukturen an einer Stelle hält. Ein Angebotssystem mit Konfigurator, Freigaben und Vertragserstellung taucht in keiner dieser Listen auf. In dieser Masterclass gehört das Angebot zu Revenue Cloud.

Für den Service kommen Garantie, Kampagnen und zwei Konsolen dazu

Die Produktseite für den Service3 nennt drei Blöcke:

  • Service Console. Eine Zeitleiste der Kundenkontakte, Hinweise auf auslaufende Garantien, Probleme mit Anlagen, Lieferverzug und offene Fälle sowie Aktionen wie einen Garantieanspruch anlegen oder eine Garantieverlängerung verkaufen.
  • Asset Service Console. Eine Sicht pro Anlage mit Meilensteinen, Seriennummer, zugehörigen Accounts und Kontakten, Garantien, Fällen, Arbeitsaufträgen und Ansprüchen.
  • Garantiemanagement. Garantieprogramme nach Laufzeit, Nutzungsgrenzen und abgedeckten Teilen, Geschäftsregeln für die Freigabe von Ansprüchen und Ansprüche, die Partner und Kunden über Portale oder API einreichen.

Trailhead ergänzt drei weitere: Servicekampagnen für Rückrufe und Nachrüstungen an einer festgelegten Menge von Anlagen (das Objekt gibt es laut Objektreferenz4 seit API 51.0), Prework Estimation, also die Schätzung von Arbeit, Teilen und Kosten vor dem Einsatz, und Bestandsfunktionen für Teileverfügbarkeit und Nachschub.

Die Preisseite verkauft den Service als eigene Edition, Service Core zu 275 $ pro Nutzer und Monat, und fasst beide Seiten nur in Sales & Service Max zu 700 $ zusammen. Welche Servicefunktionen ein Nutzer mit Sales Core verwenden darf, steht dort nicht. Die Einsatzplanung für Techniker und die mobile App im Außendienst sind Field Service mit eigenen Lizenzen, wie in lohnt sich Salesforce Field Service beschrieben.

Was steckt für Händler und den Kanal drin?

Hier werden die Listen unübersichtlich. Trailhead ordnet die Kanalfunktionen unter zwei Überschriften:

  • Rebates: Rebate Management, Ship and Debit Process Management, Price Protection und Agentforce for Channel Revenue Management.
  • Channel Revenue Management: Partner Visit Management, ein Actionable Relationship Center und ein Dashboard zur Händlerleistung.

Das Trailhead-Modul zu Ship and Debit5 ist eindeutig: „Ship and Debit Process Management is a feature within Channel Revenue Management.“ Und die Add-on-Seite6 verkauft Channel Revenue Management for Manufacturing separat, für 30.000 $ pro Org und Jahr. Eine Funktion auf der Liste von Agentforce Manufacturing ist im Angebot also ein Add-on.

Partner Visit Management ist der umgekehrte Fall. Es hat einen eigenen Schalter in den Manufacturing-Einstellungen, neben Partner Lead Management und Partner Performance Management, steht bei Trailhead aber unter der Überschrift Channel Revenue Management. Welche Lizenz es abdeckt, habe ich nirgends schriftlich gefunden.

Rebate Management selbst beschreibe ich in Teil 5 der Serie. Ob es zusätzliche Lizenzen braucht, ist ein weiterer offener Punkt; die Preise, die sich widersprechen, stehen in Manufacturing Cloud Add-ons: was extra kostet.

Jede Funktion hat einen eigenen Schalter

Salesforce hat sie so gebaut. Die Metadaten IndustriesManufacturingSettings7 haben pro Funktion ein boolesches Feld, standardmäßig false:

Einstellung Funktion Seit API
enableIndManufacturing Sales Agreements 47.0 (Komponente)
enableIndustriesMfgAccountForecast Account Forecasts 47.0 (Komponente)
enableIndustriesMfgAdvForecast Advanced Account Forecasting 47.0 (Komponente)
enableIndustriesMfgTargets Account Manager Targets 49.0
enableIndustriesMfgProgram Manufacturing Programs 54.0
enablePartnerLeadManagement, enablePartnerPerformanceManagement, enablePartnerVisitManagement Partnerfunktionen 56.0
enableFleetManagement Flottenverwaltung 59.0

Für die ersten drei Felder nennt die Seite keine eigene Version, nur die 47.0 der Komponente.

Lizenz und aktive Funktion sind zwei verschiedene Sachen. Eine Org kann jahrelang für die Manufacturing Cloud zahlen und nur Sales Agreements nutzen. Dazu hängen Funktionen voneinander ab: Das Programmgeschäft braucht laut Trailhead8 Advanced Account Forecasting, Data Pipelines und eigene Berechtigungssätze. Und die Schalter sind Metadaten. Sie gehören in die Versionsverwaltung und den Release-Prozess wie jede andere Einstellung, nicht in einen Klick in der Produktion.

Manufacturing Cloud und Agentforce Manufacturing sind dasselbe Produkt

Beide Namen gelten. Die Preisseite verkauft „Manufacturing Cloud Sales Core“, ihre Fußnoten sprechen von „Agentforce Manufacturing for Sales“. Trailhead nennt das ganze Produkt Agentforce Manufacturing. Es ist ein Produkt mit zwei Namen.

Der Name macht in der Praxis Ärger. Trailhead führt „Agent-powered sales agreements“, die Beschreibung handelt aber von langfristigen Vereinbarungen über Preise und Produkte, eine Agentenaktion wird nicht genannt. „Agentforce for sales planning“ ist dagegen eine echte Agentenvorlage mit drei dokumentierten Subagenten, wie in was der Sales-Planning-Agent wirklich tut beschrieben. Und die automatische Prognose für neue Produkte, die Trailhead Agentforce Manufacturing zuschreibt, ist eine geplante Berechnung.

In jedem Hersteller-Workshop würde ich deshalb dieselbe Frage stellen: welcher Subagent, welche Aktion, welche Lizenz? Für Core nennt die Preisseite Agentforce über Flex Credits, und Salesforce verkauft das Add-on Agentforce for Manufacturing Cloud; die volle Agentforce-for-Industries-Ausstattung gibt es nur in den Max-Editionen.

Rechenbeispiel: Angebot für einen Hydraulikhersteller

Angenommen, ein Hersteller von Hydraulikkomponenten bekommt ein Angebot über 120 Nutzer Sales Core und 40 Nutzer Service Core. Der Business Case nennt sechs Punkte: Sales Agreements mit Händlern, Ziele pro Account Manager, quartalsweise Besuche bei 60 Händlern, Garantieansprüche von Händlern über ein Portal, Preisschutz für Distributoren und einen Agenten für Fragen zu Rahmenverträgen.

Abgeglichen mit den Funktionslisten:

  1. Sales Agreements und Ziele: in der Vertriebsliste, jeweils mit eigenem Schalter.
  2. Händlerbesuche: Schalter in den Manufacturing-Einstellungen, aber unter Channel Revenue Management gelistet. Lizenz offen.
  3. Garantieansprüche: eine Servicefunktion, die Sachbearbeiter brauchen also Service Core. Die Händler brauchen zusätzlich Portallizenzen.
  4. Preisschutz: Channel Revenue Management, 30.000 $ pro Org und Jahr.
  5. Agent: Add-on für Core-Nutzer oder eine Max-Edition.

Nur zwei der sechs Punkte sind mit der Edition im Angebot erledigt. Die anderen vier brauchen eine eigene Zeile.

Was sollte im Angebot ausdrücklich stehen?

  1. Jede Funktion aus dem Business Case mit Namen, mit der Edition oder dem Add-on, das sie abdeckt.
  2. Vertrieb oder Service pro Nutzergruppe, damit Garantiesachbearbeiter nicht auf Sales Core landen.
  3. Kanalfunktionen: Rebate Management, Partner Visit und Partner Performance Management, enthalten oder Channel Revenue Management.
  4. Portallizenzen pro externer Nutzergruppe.
  5. Agentforce: Add-on oder Max, und die Einheit, in der abgerechnet wird.
  6. Plattformgrenzen: Flex Credits, Omnistudio- und Business-Rules-Engine-Aufrufe der Edition.
  7. Die Preisbasis: Die Fußnoten der Preisseite widersprechen sich bei Enterprise und Unlimited Edition.

Diese Liste ist die erste Hälfte von Kapitel 1 der Masterclass Manufacturing Cloud. Die Funktionen gegen eine Eigenentwicklung abzuwägen, gehört zu meiner Arbeit bei Make-or-buy und Lizenzprognosen.

Quellen8
  1. 1Produktseite für den Vertrieb (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  2. 2Trailhead-Überblick (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  3. 3Produktseite für den Service (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  4. 4Objektreferenz (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  5. 5Trailhead-Modul zu Ship and Debit (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  6. 6Add-on-Seite (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  7. 7Metadaten IndustriesManufacturingSettings (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  8. 8Trailhead (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com

Häufig gestellte Fragen

Welche Funktionen enthält die Salesforce Manufacturing Cloud?

Für den Vertrieb Sales Agreements, Account Forecasting, Programmgeschäft, Account Manager Targets und Besuchsmanagement. Für den Service Service Console, Asset Service Console, Garantiemanagement, Servicekampagnen, Prework Estimation und Bestandsfunktionen. Für den Kanal Rebate Management sowie Partner Lead, Performance und Visit Management.

Ist Manufacturing Cloud dasselbe wie Agentforce Manufacturing?

Ja. Produkt- und Preisseiten sprechen von Manufacturing Cloud, etwa Manufacturing Cloud Sales Core. Trailhead und die Fußnoten der Preisseite sprechen von Agentforce Manufacturing. Gemeint ist dasselbe Produkt.

Gehört Ship and Debit zur Manufacturing Cloud?

Trailhead führt es unter den Funktionen von Agentforce Manufacturing, beschreibt Ship and Debit Process Management aber als Funktion von Channel Revenue Management. Die Add-on-Seite verkauft Channel Revenue Management for Manufacturing separat für 30.000 $ pro Org und Jahr.

Wie sehe ich, welche Funktionen in meiner Org aktiv sind?

Prüfen Sie die Manufacturing-Einstellungen im Setup oder lesen Sie die Metadaten IndustriesManufacturingSettings aus. Funktionen wie Advanced Account Forecasting, Programme, Account Manager Targets und Partner Visit Management haben je ein eigenes Feld, standardmäßig false.

Passende LeistungMake-or-Buy & Lizenzprognosen →

Kontakt

Prüfen Sie die Manufacturing Cloud?

Ob sie sich lohnt, entscheidet der Nutzen in Ihrem Prozess. In 30 Minuten prüfen wir, ob es diesen Nutzen bei Ihnen gibt.

Bitte mitbringen

  • Wie Sie heute Rahmenverträge, Abnahmemengen und Absatzprognosen führen
  • Welches ERP die Aufträge hält und wie es mit Salesforce verbunden ist
  • Das Angebot oder die Lizenzposition, falls schon eine vorliegt

Das klären wir

  • Ob Sales Agreements und Account Forecasting zu Ihrem Geschäft passen
  • Ob eine eigene Lösung auf Salesforce günstiger wäre
  • Welche Zahlen in Ihren ROI-Case gehören
Termin vereinbaren (öffnet Microsoft Bookings in einem neuen Tab)

Wählen Sie einen Termin in meinem Kalender über Microsoft Bookings. Lieber schreiben? Nutzen Sie das Formular, ich melde mich bei Ihnen.

Lieber gleich sprechen? 0221 98656758

Nachricht senden

Ihre Angaben verwende ich nur zur Bearbeitung Ihrer Anfrage. Mehr in der Datenschutzerklärung.