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Was ist Agentforce? Erklärt für die IT-Leitung

Agentforce ist die Plattform von Salesforce für KI-Agenten: Software, die mit generativer KI eine Anfrage deutet, in festgelegten Grenzen den nächsten Schritt wählt und ihn über Aktionen in Salesforce oder angebundenen Systemen ausführt. Wer „was ist Agentforce“ fragt, bekommt oft Marketingbegriffe als Antwort. Für die IT-Leitung zählt, woraus ein Agent technisch besteht, welche Teile sich vorhersehbar verhalten, mit wessen Rechten er läuft, was er kostet und welche Daten er braucht. Dieser Artikel ordnet das.

Was ist Agentforce?

Im Agentforce Guide1 beschreibt Salesforce Agentforce als Plattform für Agenten, die über einfache Chats hinausgehen. Laut Salesforce ist ein Agent eine Software, die mit generativer KI entscheidet, was als Nächstes zu tun ist und wie.

Der Unterschied zu früherer Automatisierung liegt in dieser Entscheidung. Ein Flow führt einen Prozess aus, dessen Pfade und Kriterien vorab modelliert sind. Ein Agent bekommt eine Anfrage in natürlicher Sprache, etwa „Wann kommt meine Ersatzteilbestellung?“, erkennt die Aufgabe, wählt eine Aktion und formuliert die Antwort. Agenten arbeiten im Kundenservice, im Vertrieb oder für Mitarbeitende. Sie lassen sich aus Chat und Portal, aus Flow oder Apex und über eine API aufrufen, wie in Agentforce Agent API beschrieben.

Was Sie konfigurieren und was darunter läuft

Der Agentforce Guide nennt einige Bausteine. Sie liegen auf verschiedenen Ebenen: Manche konfigurieren Sie je Agent, manche sind Dienste der Plattform, und einer wird nur für bestimmte Einsätze gebraucht.

Bausteine eines Agentforce-Agenten

BausteinEbeneWas er tut
SubagentenSie konfigurierenBeschreiben die Aufgaben des Agenten, etwa Auftragsstatus oder Servicefall
AnweisungenSie konfigurierenLegen fest, wie ein Subagent Gespräche führt und was er nicht tut
AktionenSie konfigurierenLesen oder ändern Daten über Flow, Apex, Prompt-Vorlagen oder Schnittstellen
Reasoning EnginePlattformWählt den nächsten Schritt aus Subagenten, Anweisungen, Aktionen und Agent Script
Trust LayerPlattformSchutz vor Prompt-Angriffen, Zero Data Retention beim Modellanbieter, Audit; keine Datenmaskierung für Agenten
Data 360Je nach EinsatzNötig für natives Wissen aus eigenen Dokumenten und für einige Audit- und Observability-Funktionen
Ein Agent kann nur, was seine Aktionen können. In den Aktionen steckt die Architekturarbeit.

Ein Punkt der Tabelle überrascht viele: Laut Salesforce-Hilfe zum Trust Layer2 ist die musterbasierte und feldbasierte Datenmaskierung für Agenten abgeschaltet. Der Schutz sensibler Daten hängt deshalb davon ab, was Benutzer und Aktionen des Agenten überhaupt lesen dürfen. Was der Trust Layer stattdessen leistet, steht in Einstein Trust Layer: Was er in Agentforce schützt.

Wie Sie ein solches Portal gegen manipulierte Eingaben schützen, beschreibe ich in Prompt Injection im Händlerportal.

Salesforce hat Topics in Subagenten umbenannt. Ältere Trailhead-Module und Artikel, auch einige von mir, sprechen noch von „Topics“. Gemeint ist dasselbe. Ob eine geplante Aktion eine Zusatzlizenz braucht, hängt davon ab, was sie aufruft, etwa eine produktspezifische Standardaktion. Prüfen Sie das je Aktion, bevor Sie Kosten schätzen.

Welche Teile eines Agenten sind deterministisch?

Ein häufiger Einwand gegen KI-Agenten lautet, ihr Verhalten sei nicht vorhersehbar. Die Antwort von Salesforce ist Agent Script, eine eigene Sprache für Agenten. Laut Agentforce Guide verbindet sie Entscheidungen des Sprachmodells mit regelbasierter Ausführung. Deterministisch ist, was Sie im Script als Logik modellieren: Reihenfolge der Schritte, Bedingungen, Übergänge. Anweisungen im Prompt und erzeugte Antworten deutet weiterhin das Sprachmodell.

Für Hersteller ergibt sich daraus eine Arbeitsteilung. Ob eine Garantie gilt, welchen Preis ein Händler bekommt oder ob ein Ersatzteil zu einer Anlage passt, sind Prüfungen für eine deterministische Aktion, etwa einen Flow, Apex oder einen Aufruf ins ERP. Agent Script sorgt dafür, dass der Agent diese Prüfung vor der Antwort aufruft, und das Sprachmodell formuliert die Antwort.

Für das Testen gilt dieselbe Logik. Das Testing Center führt festgelegte Testfälle wiederholt aus und bewertet die Wahl von Subagenten und Aktionen sowie die Ergebnisse. Es unterstützt die Freigabe, ersetzt aber keine fachliche Abnahme, keine Integrations- und keine Sicherheitstests. Wie Sie einen Agenten auf die Produktion vorbereiten, steht in Agentforce-Agenten testen und freigeben.

Wie unterscheidet sich Agentforce von Bots und Prompt Builder?

Agentforce ersetzt nicht jede KI-Funktion in Salesforce. Drei Werkzeuge werden oft verwechselt:

Einstein Bot, Prompt Builder und Agentforce-Agent

WerkzeugWie es arbeitetPasst, wenn
Einstein BotVorab modellierte Dialoge, optional mit Intent-Erkennung und AktionenBestehende Bots; seit 17. August 2026 im Wartungsmodus
Prompt BuilderErzeugt Ausgaben aus einer Vorlage; Flow, Apex oder eine App steuern den AblaufDer Ablauf steht fest und nur der Text variiert
Agentforce-AgentWählt Subagenten und Aktionen je Anfrage, liest und ändert DatenAnfragen unterscheiden sich und brauchen Daten aus mehreren Quellen
Viele Aufgaben in Service und Vertrieb brauchen keinen Agenten. Ein Flow mit Prompt-Vorlage lässt sich meist einfacher testen.

Laut Salesforce-Hilfe3 sind Einstein Bots seit dem 17. August 2026 im Wartungsmodus; für neue Einführungen verweist Salesforce auf Agentforce. Wann sich der Umstieg lohnt, steht in Einstein Bots auf Agentforce umstellen, wann eine Vorlage reicht, in Prompt Builder oder Agentforce-Agent.

Was kostet Agentforce?

Salesforce verkauft Agentforce in mehreren Modellen: Flex Credits nach Verbrauch, Preise pro Gespräch, Nutzerlizenzen mit enthaltener Nutzung und Pauschalverträge. Im Modell Flex Credits nennt die Preisseite4 500 € oder 500 $ je 100.000 Credits. Laut Flex-Credits-Preisliste5 gilt je Aktion:

20

Flex Credits je Standardaktion in der Produktion

16

Flex Credits je Standardaktion in einer Sandbox

30

Flex Credits je Sprachaktion

0,10 €

je Standardaktion bei 500 € je 100.000 Credits

Quelle: Agentforce-Preisseite und Flex-Credits-Preisliste von Salesforce, Listenpreise Stand November 2026

Das sind Listenpreise, keine Vertragspreise. Je nach Lizenz und Kontext kommen Prompts nach Modellstufe und Verarbeitung in Data 360 hinzu. Wie Sie das für einen Agenten schätzen, zeigt Flex Credits: Agentforce-Kosten pro Aktion, Pauschalen vergleiche ich in AELA oder Flex Credits.

Früh auf den Tisch gehört auch, welches Sprachmodell antwortet und wo es läuft, beschrieben in Agentforce-Datenresidenz.

Für Hersteller zählen die Daten aus dem ERP

Ein Agent im Händlerportal, der den Auftragsstatus nicht kennt, hilft niemandem. Bei Herstellern liegen die Daten, nach denen Kunden und Händler fragen, oft im ERP oder in der installierten Basis: Auftragsstatus und bestätigte Liefertermine, Bestand, kundenspezifische Preise, Seriennummern und die Ersatzteile, die zu einer Maschine passen. Der Agent braucht Aktionen, die diese Quellen abfragen, etwa über MuleSoft, wie in Agentforce und SAP: Auftragsstatus über MuleSoft.

Drei Fragen entscheiden, ob das funktioniert. Welcher Händler darf welche Anlagen und Preise sehen? Was sagt der Agent, wenn das ERP ausfällt oder die Daten alt sind? Und welche Termine darf der Agent weitergeben? Vor dem Go-live ist zu klären, welches System beim Liefertermin führt, welchen Status der Termin hat, ob dieser Status an Kunden gehen darf und wann ein Mensch freigeben muss, etwa bei einer Rücksendung. Lesende Aktionen sind der einfachere Einstieg. Sobald ein Agent im ERP etwas ändert, braucht die Schnittstelle dieselben Prüfungen wie bei einer Person im Innendienst: Berechtigung, Plausibilität und Protokoll.

Ebenso wichtig ist die Qualität der Daten in Salesforce. Hängen Anlagen am falschen Kunden, gibt der Agent falsche Antworten, nur schneller und höflicher. Warum Geschäftsnutzen und Datenqualität zuerst kommen, steht in Agentforce: Business Value und Datenqualität zuerst.

Für den ersten Agenten einen Prozess mit Zielwert wählen

Wählen Sie für den Start einen Prozess mit vielen ähnlichen Anfragen, klaren Regeln und Daten, die eine Aktion erreichen kann, etwa Auftragsstatus oder Ersatzteilanfragen von Händlern. Legen Sie Zielwerte fest, die das Ergebnis messen und nicht nur die Entlastung: Anteil korrekt gelöster Anfragen, wie oft Kunden mit derselben Frage wiederkommen, richtige Übergaben an Menschen und Kosten je gelöster Anfrage. Legen Sie einen Termin fest, an dem Sie über den Ausbau entscheiden. Welche Kriterien zählen, steht in Agentforce für Hersteller: jetzt starten oder warten?. Die Architekturfragen dahinter, von Aktionen und Rechten bis zur ERP-Anbindung, gehören zu meiner Leistung Salesforce-Architektur.

Quellen5
  1. 1Agentforce Guide (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  2. 2Salesforce-Hilfe zum Trust Layer (öffnet in einem neuen Tab)help.salesforce.com
  3. 3Salesforce-Hilfe (öffnet in einem neuen Tab)help.salesforce.com
  4. 4Preisseite (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  5. 5Flex-Credits-Preisliste (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com

Häufig gestellte Fragen

Was ist Agentforce?

Agentforce ist die Plattform von Salesforce, um KI-Agenten zu bauen und zu betreiben. Ein Agent verbindet ein Sprachmodell, das Anfragen deutet, mit Logik und Aktionen, die Sie festlegen, etwa Flows, Apex oder Schnittstellen.

Was unterscheidet Agentforce von einem Einstein Bot?

Ein Einstein Bot führt vorab modellierte Dialoge, optional mit Intent-Erkennung. Ein Agentforce-Agent wählt Subagenten und Aktionen je Anfrage. Laut Salesforce sind Einstein Bots seit dem 17. August 2026 im Wartungsmodus.

Was sind Subagenten in Agentforce?

Subagenten beschreiben die Aufgaben eines Agenten, etwa den Auftragsstatus abfragen oder einen Servicefall anlegen. Früher hießen sie bei Salesforce Topics. Jeder Subagent hat eigene Anweisungen und Aktionen.

Was kostet Agentforce?

Das hängt vom Lizenzmodell ab. Bei Flex Credits nennt Salesforce 500 € oder 500 $ je 100.000 Credits; eine Standardaktion verbraucht 20 Credits, zum Listenpreis 0,10 €. Daneben gibt es Nutzerlizenzen, Preise pro Gespräch und Pauschalverträge.

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Bitte mitbringen

  • Den Anwendungsfall: welche Anfrage oder Aufgabe der Agent übernehmen soll und wie oft sie vorkommt
  • Wo die Daten dafür liegen, in Salesforce, im ERP oder in Dokumenten
  • Ihre Lizenzlage für Agentforce und Data 360, falls bekannt

Das klären wir

  • Ob ein Agent der richtige Weg ist oder ein Flow mit festen Regeln reicht
  • Mit welchen laufenden Kosten pro Aktion Sie rechnen müssen
  • Welche Datenqualität und welche Tests vor dem Go-live nötig sind
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