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Einstein Trust Layer: Was er in Agentforce schützt

Der Einstein Trust Layer schützt einen Agentforce-Agenten vor allem über Verträge, Bewertungen und Protokolle. Zero-Data-Retention-Vereinbarungen verbieten den Modellpartnern von Salesforce, Prompts zu speichern, eine Toxizitätsbewertung markiert schädliche Antworten, und ein Audit Trail hält Prompts und Werte in Data 360 fest. Die Datenmaskierung, an die die meisten beim Trust Layer zuerst denken, ist für Agenten laut Salesforce abgeschaltet. Händlerpreise, Vertragskonditionen und Personendaten in einem Agenten schützen deshalb die Berechtigungen des Agenten, Ihre Aktionen und die Modellwahl. Dort liegt die Konfigurationsarbeit für einen Hersteller.

Was leistet der Einstein Trust Layer in einem Agentforce-Agenten?

Die Entwicklerdokumentation1 nennt fünf Bausteine: Grounding in CRM-Daten, Maskierung sensibler Daten, Toxizitätserkennung, Audit Trail mit Feedback und Zero-Data-Retention-Vereinbarungen mit externen LLM-Partnern. Für einen Agenten bedeutet das:

  • Zero Data Retention. Der LLM-Partner ist vertraglich verpflichtet, Prompts und Antworten nicht aufzubewahren. Trailhead formuliert es in der Response Journey2 so: “no customer data including the prompt text and generated responses are stored outside of Salesforce.”
  • Toxizitätserkennung. Dieselbe Einheit beschreibt einen Wert von 0 bis 1 über Kategorien wie Gewalt, Hass und Obszönität, der mit der Antwort zurückkommt. Die Guardrails-Einheit3 sagt: “Potentially harmful LLM responses are detected and flagged.”
  • Audit Trail. Laut Trailhead4 enthält er Prompt-ID und Benutzer, “Prompt text and PII-masked prompt”, Sicherheits- und Toxizitätswerte sowie das Feedback der Anwender. “This data is stored and analyzed in Data 360.” Fertige Dashboards zeigen Maskierung, Toxizität, Nutzungstrends und Akzeptanzraten.
  • Grounding. Antworten entstehen aus CRM-Datensätzen und Data-360-Inhalten statt aus dem Allgemeinwissen des Modells.

Auffällig ist, was in der Liste fehlt: alles, was festlegt, welche Datensätze ein Agent lesen darf. Das kommt vom Benutzer des Agenten.

Für Admins

Unter welchem Benutzer liest ein Agent Daten?

Ein Service-Agent läuft unter einem eigenen Agentenbenutzer; im Trailhead-Beispiel (öffnet in einem neuen Tab) muss der Lesezugriff auf ein eigenes Feld ausdrücklich im Permission Set "Service Agent Permissions" freigegeben werden. Mitarbeiteragenten sind laut Trailhead (öffnet in einem neuen Tab) "logged in as the person they're helping" und folgen dessen Berechtigungen.

Warum ist die Datenmaskierung für Agenten abgeschaltet?

Die Maskierung ersetzt sensible Werte durch Platzhalter, bevor der Prompt Salesforce verlässt, und setzt sie in der Antwort wieder ein. Für Agenten ist sie aus. In einem Salesforce-Blogbeitrag vom 10. Juni 20255 schreibt Tejas Sanghavi, Senior Director of Product Management für Agentforce: “Last year, we made the decision to disable data masking for Agentforce use cases.” Die Begründung: Maskierung “adds latency and hinders the planner and action workflows”, und “Many customers report accuracy degradation in agent responses when masking is enabled.” Das aktuelle Trailhead-Modul Meet the Einstein Trust Layer6 sagt dasselbe: “Data masking for LLMs is currently disabled for agents.”

Ganz einheitlich ist die Dokumentation nicht. Eine Trailhead-Einheit zu Agenten in Marketing Cloud Next7 beschreibt eine Maskierung vor dem Versand des Prompts. Ich würde mich auf keine der beiden Aussagen verlassen und im Audit Trail der eigenen Org Prompt-Text und maskierten Prompt vergleichen.

Außerhalb von Agentforce arbeitet die Maskierung laut Blogbeitrag “the same as it always has”. Das Trailhead-Modul zur Maskierung8 zeigt, wie sie entscheidet: Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Kreditkarte und US-Sozialversicherungsnummer sind standardmäßig maskiert, der Firmenname lässt sich zuschalten, und Formate werden geprüft: “If an item isn’t a valid value, it won’t be masked.” Für einen Hersteller folgt daraus der entscheidende Punkt.

Die Grenzen des Trust Layers

Für eine Architekturentscheidung zählen vier Grenzen.

Die Prüfungen arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten. Die Maskierung stützt sich auf Erkennungsmodelle, die mit Mustern und Kontext arbeiten, und die Models-API-Dokumentation9 schreibt offen, dass “no model can guarantee 100% accuracy” und dass “cross-region and multi-country use cases can affect the ability to detect specific data patterns.” Ein Händlernetz über viele Länder ist genau so ein Fall. Toxizität ist ein Wert, kein Urteil. Die Guardrails-Einheit führt Prompt Injection unter den Agentforce-Guardrails und nicht bei den Funktionen des Trust Layers; wie weit sie bei Text aus Datensätzen greift, beschreibe ich in Prompt Injection im Händlerportal.

Maskierung kostet Kontext. Auf der Seite Supported Models10 steht: “All models are currently limited to a context size of 65,536 tokens when data masking is turned on”. Eine Prompt-Builder-Vorlage, die einen langen Servicevertrag oder zehn Jahre Maschinenhistorie zusammenfasst, stößt an diese Grenze. Wann eine Vorlage passt und wann ein Agent, steht in Prompt Builder oder Agentforce-Agent.

Wo das Modell läuft, ist eine eigene Frage. Dieselbe Seite sagt: “Anthropic and Amazon models are operated on Amazon Bedrock infrastructure entirely within the Salesforce Trust Boundary”, andere Modelle betreiben Salesforce-Partner “inside a shared trust zone”. Bei Bring Your Own LLM gilt “Trust Layer features are fully supported”, die Inferenz übernimmt aber Ihr Anbieter. Nach meinem Verständnis kommen die Aufbewahrungsregeln dann aus Ihrem Vertrag mit diesem Anbieter und nicht aus den Partnerverträgen von Salesforce. Regionen und Datenresidenz behandelt Agentforce und EU-Datenresidenz.

Externe Modelle bleiben draußen. Liest Claude oder ChatGPT CRM-Daten über Hosted MCP, macht Salesforce keinen LLM-Aufruf, und der Trust Layer hat keinen Schritt, an dem er eingreifen könnte. Diesen Weg erkläre ich in Hosted MCP Server und Datenzugriff.

Rechenbeispiel: Händleragent mit Nettopreisen

Nehmen wir einen Maschinenbauer mit 60 Händlern in 14 Ländern, Service Cloud, einem Händlerportal auf Experience Cloud und SAP als führendem System für Preise und Bestände. Alle Zahlen sind Annahmen. Ein Service-Agent im Portal soll die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und den eigenen Nettopreis des Händlers nennen; ein Mitarbeiteragent soll 15 Key Account Manager bei der Vorbereitung von Händlergesprächen unterstützen.

Was der Trust Layer hier beiträgt: Der Modellanbieter speichert keine Prompts, schädliche Antworten werden markiert, jedes Gespräch wird protokolliert. Was er nicht beiträgt: eine Maskierung des Nettopreises, der ohnehin auf kein Muster passt, und jede Prüfung, ob Händler A den Preis von Händler B sieht.

Den Schutz trägt deshalb das Design:

  • Agentenbenutzer. Das Permission Set des Service-Agenten erhält Lesezugriff auf Teilenummer, Bezeichnung und Verfügbarkeit, aber keinen Zugriff auf das Objekt mit den Preisvereinbarungen.
  • Preisaktion. Ein Flow fragt SAP ab, mit dem Händler-Account des angemeldeten Portalbenutzers und nie mit Text, den das Modell erzeugt hat, und liefert einen Preis für ein Teil. Warum solche Entscheidungen in Code gehören, steht in Agent Script: Regeln statt LLM.
  • Vertragskonditionen. Zahlungsziele und Haftungsgrenzen bleiben außerhalb des Agenten. Eine Frage dazu führt zur Übergabe an den Key Account Manager.
  • Mitarbeiteragent. Er erbt die Rechte der Key Account Manager, deshalb wird deren Feldberechtigung auf Margenfelder vor dem Go-live geprüft.
  • Audit Trail. Lesezugriff auf die Audit-Daten in Data 360 erhalten drei benannte Personen, die Aufbewahrungsfrist ist mit dem Datenschutz abgestimmt.

Aus Architektensicht ist das die normale Arbeitsteilung: Der Trust Layer kümmert sich um den Modellanbieter, Ihr Design darum, wer was sieht.

Maskierung, Agentenbenutzer und Aktionen einstellen

  1. Maskierungsstatus je Funktion klären. Für Agenten von “aus” ausgehen und im Audit Trail prüfen. Für Prompt Builder und eingebettete Funktionen im Einstein Trust Layer Setup festlegen, welche Datentypen maskiert werden, auch den Firmennamen.
  2. Agentenbenutzer auf das Minimum schneiden. Ein Permission Set pro Service-Agent, keine Preis-, Margen- oder Vertragsfelder, solange keine Aktion sie braucht.
  3. Benutzer hinter Mitarbeiteragenten prüfen. Die Feldberechtigung auf Preise, Boni und Personendaten von Servicetechnikern im Außendienst entscheidet, was beim Modell ankommt.
  4. Enge Aktionen bauen. Jede Aktion liefert nur die Felder, die die Antwort braucht, und die Identität kommt aus der Sitzung, nicht aus dem Prompt.
  5. Das Modell bewusst wählen. Modelle auf Bedrock innerhalb der Trust Boundary, Partnermodelle in einer Shared Trust Zone oder ein eigener Vertrag bei Bring Your Own LLM.
  6. Den Audit Trail als sensible Daten behandeln. Zugriff, Aufbewahrung und Löschung sind vor dem Go-live geregelt.
  7. Sprachen prüfen. Salesforce fordert Entwickler auf, die Unterstützung jeder Sprache und jedes Gebietsschemas im Trust Layer zu prüfen; machen Sie das für jedes Händlerland.
  8. Die Dashboards verfolgen. Toxizitäts- und Maskierungs-Dashboards gehören in die wöchentliche Durchsicht eines neuen Agenten.

Diese Konfiguration ist Teil meiner Arbeit an der Salesforce-Architektur, weil die Entscheidungen im Datenmodell und in den Berechtigungen fallen und nicht im Prompt des Agenten. Vom Trust Layer selbst bleibt für Agenten vor allem, dass der Modellanbieter Ihre Daten nicht speichert.

Quellen10
  1. 1Entwicklerdokumentation (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  2. 2Response Journey (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  3. 3Guardrails-Einheit (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  4. 4Trailhead (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  5. 5Salesforce-Blogbeitrag vom 10. Juni 2025 (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  6. 6Meet the Einstein Trust Layer (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  7. 7Agenten in Marketing Cloud Next (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  8. 8Trailhead-Modul zur Maskierung (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  9. 9Models-API-Dokumentation (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  10. 10Supported Models (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com

Häufig gestellte Fragen

Maskiert der Einstein Trust Layer personenbezogene Daten in Agentforce-Agenten?

Laut Trailhead und einem Salesforce-Blogbeitrag vom Juni 2025 ist die Datenmaskierung für Agenten abgeschaltet. Für Prompt-Builder-Vorlagen und eingebettete Funktionen wie Einstein Service Replies gilt sie weiter. Prüfen Sie im Audit Trail Ihrer eigenen Org, was beim Modell ankommt.

Was bedeutet Zero Data Retention bei Agentforce?

Salesforce hat mit seinen LLM-Partnern vereinbart, dass sie Prompts und Antworten nicht speichern. Laut Trailhead werden keine Kundendaten, auch kein Prompt-Text und keine generierte Antwort, außerhalb von Salesforce gespeichert.

Verhindert der Trust Layer Prompt Injection?

Salesforce führt Schutzmechanismen gegen Prompt Injection unter den Agentforce-Guardrails, sagt aber nicht, wie vollständig sie greifen. Ich behandle sie als eine Schicht neben engen Berechtigungen und Aktionen, die nur die nötigen Felder liefern.

Warum ist der Kontext auf 65.536 Token begrenzt?

Salesforce begrenzt alle Modelle auf 65.536 Token, wenn die Datenmaskierung im Trust Layer aktiv ist. Ohne Maskierung steht das volle Kontextfenster zur Verfügung, wichtig für Vorlagen, die lange Verträge oder Servicehistorien zusammenfassen.

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