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Flex Credits: Agentforce-Kosten pro Aktion schätzen

Die Agentforce-Kosten pro Aktion sind schnell genannt und leicht unterschätzt. Eine Standardaktion kostet 20 Flex Credits, also 0,10 €. Eine belastbare Schätzung zählt außerdem Prompts nach Modellstufe, Sprachaktionen zu 30 Credits, Data-360-Verarbeitung für Handbücher und Ersatzteilkataloge sowie Testläufe in der Sandbox. Nicht genutzte Credits verfallen zum Ende der Bestellung. Ich schätze pro Gesprächstyp, erfasse jeden Zähler einzeln und kaufe Credits entlang des Go-live-Plans. Im Rechenbeispiel unten machen reine Textaktionen nur 55 Prozent der Credits im Monat aus.

Flex Credits als Währung für Agentforce

Flex Credits sind die Währung, in der Salesforce den Agentforce-Verbrauch abrechnet. Die Agentforce-Preisseite1 nennt 500 € je 100.000 Credits. Jedes abrechenbare Ereignis zieht eine feste Zahl Credits laut Flex Credits Rate Card2 mit Stand 31. August 2026. Eine Aktion ist laut Salesforce „a specific function that an AI agent executes on the platform“, etwa einen Auftrag aus SAP lesen oder ein Ersatzteil nachschlagen. Ob sich ein Agent überhaupt lohnt, steht in Agentforce für Hersteller.

Für die Planung zählen drei Details:

  • Alle Credits kommen aus einem Topf. Aktionen, Prompts, Sprache und Übersetzung ziehen dieselben Credits, und die Rate Card rechnet auch Data 360 in Flex Credits ab.
  • Auch deterministische Schritte kosten. Laut Hilfeartikel zu den abrechenbaren Nutzungsarten3 werden Aktionen abgerechnet, wenn sie laufen, auch wenn sie deterministisch laufen. Eine Garantieregel in Agent Script macht den Agenten verlässlicher, nicht günstiger.
  • Ein Preismodell pro Org. Flex Credits und das Modell mit 2 € pro Gespräch werden nicht in derselben Org unterstützt.

Es gibt laut Salesforce Bens Preisleitfaden4 drei Kaufmodelle: Pre-Purchase zahlt die ganze Laufzeit im Voraus, Pre-Commit rechnet eine Grundmenge monatlich nachträglich ab und gleicht zum Laufzeitende aus, PayGo rechnet ab, was Sie nutzen. Verbrauch über dem Kontingent kostet den vereinbarten Satz, ohne Strafaufschlag. Das im Mai 2025 angekündigte Flex Agreement5 erlaubt außerdem, Nutzerlizenzen in Flex Credits umzuwandeln und zurück.

Was kosten Prompts, und warum zählt das Modell?

Prompts übersieht man leicht, weil die Beispiele auf der Preisseite nur Aktionen zählen. Laut Hilfeartikel wird pro Aufruf des LLM-Gateways gezählt, und ein Prompt umfasst bis zu 2.000 Tokens Ein- und Ausgabe. Ein Aufruf mit 6.500 Tokens zählt als vier Prompts. Der Preis pro Prompt hängt von der Modellstufe ab, und die Seite zur Modellunterstützung6 ordnet jedes Modell einer Stufe zu:

Stufe Credits pro Prompt Beispielmodelle
Basic 2 GPT-5 Mini, Gemini 2.5 Flash, Nova Lite
Standard 4 Claude Sonnet 4.6, Claude Sonnet 5, GPT-5, Gemini 2.5 Pro
Advanced 16 Claude Opus 4.8, GPT 5.5, GPT 5.6 Sol
Starter 2 nur für eigene Modelle (BYOLLM)

Advanced-Prompts werden seit dem 21. Juli 2026 gezählt. Dieselbe Zusammenfassung mit 6.500 Tokens kostet auf einem Basic-Modell 8 Credits, auf Standard 16 und auf Advanced 64. Für eine Fallzusammenfassung, die eine Servicemitarbeiterin liest und korrigiert, würde ich mit einem Standard-Modell starten und nur wechseln, wenn Tests eine Qualitätslücke zeigen.

Der Hilfeartikel nennt außerdem eingebettete generative Funktionen wie Service Replies. Ich würde jede Prompt-Vorlage und jede generative Funktion im Design budgetieren.

Sprache, Sandbox und Data 360: wo Schätzungen danebenliegen

Sprache

Sprachaktionen kosten 30 Credits in Produktion und 24 in der Sandbox; das Sprachbeispiel der Preisseite rechnet mit vier pro Anruf. Die Rate Card führt zusätzlich Speech to Text mit 150 Credits pro Stunde Audio und Text to Speech mit 6.000 pro Million Zeichen, gezählt unabhängig von anderen Nutzungsarten. Fragen Sie Ihren Account Executive, ob Ihr Sprachkanal diese Zähler zusätzlich zu den Sprachaktionen auslöst. Für einen Maschinenbauer passt Sprache zu einer Ersatzteil-Hotline, die Servicetechniker aus der Werkstatt oder im Außendienst anrufen. Im Händlerportal ist Text pro Schritt günstiger.

Sandbox und Tests

Aktionen in Sandboxes und Scratch Orgs kosten 16 Credits, Prompts den vollen Satz. Agententests laufen nur in Sandboxes7, und laut Salesforce verbrauchen Testläufe Credits. Eine Testsuite, die nach jeder Änderung läuft, ist ein laufender Kostenposten. Wie viele Läufe sinnvoll sind, beschreibe ich in Agentforce-Agenten testen und freigeben.

Data 360

Stützt sich der Agent auf Handbücher oder Ersatzteilkataloge, verarbeitet Data 360 diese Dokumente. Die Basisstufe kostet 150 Credits pro MB für Unstructured Processing und 600 pro MB für Intelligent Processing. Die Staffel setzt sich monatlich pro Nutzungsart zurück: Oberhalb von 300.000 Credits sinkt der Satz in drei Schritten auf ein Fünftel, 30 Credits pro MB ab 12,5 Mio. Abfragen kosten 3 Credits pro Million Zeilen. In der Sandbox gibt es keine Staffel; Unstructured Processing kostet dort pauschal 120 Credits pro MB.

Zwei weitere Punkte nennt Salesforce Bens Leitfaden zur Vektordatenbank in Data 3608: Hybride Suche kostet doppelt so viele Credits wie Vektorsuche, und Indizes müssen neu aufgebaut werden, wenn neue Dateien dazukommen. Planen Sie also das monatliche Änderungsvolumen, nicht nur die Erstbeladung. Mehr dazu in Data-360-Kosten für KI-Agenten.

Rechenbeispiel: ein Ersatzteilagent für Händler

Nehmen wir einen Maschinenbauer mit SAP, Service Cloud, einem Händlerportal und rund 2.000 MB Ersatzteilkatalogen und Handbüchern als PDF. Der Agent beantwortet Händlerfragen zu Teilenummern, Verfügbarkeit und Lieferterminen, im Portal und am Telefon. Alle Zahlen sind Annahmen.

Posten pro Monat Annahme Credits
Textaktionen 2.000 Portalgespräche × 3 Aktionen × 20 120.000
Prompts 2.000 Zusammenfassungen à 3.000 Tokens = 2 Prompts × 4 (Standard) 16.000
Sprachaktionen 400 Anrufe × 4 Sprachaktionen × 30 48.000
Speech to Text, falls berechnet 400 Anrufe × 4 Minuten ≈ 27 Stunden × 150 4.000
Data-360-Aktualisierung 200 MB geänderte Dokumente × 150 30.000
Summe 218.000, rund 1.090 €

Dazu kommen Aufbau und Tests. Die einmalige Verarbeitung der 2.000 MB kostet 300.000 Credits oder 1.500 €. Zehn Testläufe mit je 200 Gesprächen kosten 112.000 Credits: pro Lauf 9.600 für Aktionen zu 16 und 1.600 für Prompts. Eine Stichprobe von 200 MB der Kataloge in der Sandbox kostet 24.000 Credits; die vollen 2.000 MB kosteten dort 240.000. Zwölf Monate volle Last plus Aufbau und Tests ergeben rund 3,05 Mio. Credits.

  • Textaktionen sind nur 55 Prozent der monatlichen Credits. Wer Gespräche mal Aktionen rechnet, übersieht fast die Hälfte.
  • Das Modell ist ein Preishebel. Auf einem Advanced-Modell kosteten dieselben Zusammenfassungen 64.000 statt 16.000 Credits im Monat.
  • Enthaltene Kontingente sind schnell weg. Mit Aufbau und Tests braucht dieser eine Agent mehr als die 2,75 Mio. Credits pro Org und Jahr, die die Preisseite für die Max Edition nennt, und das Sechsfache der 500.000 in der Core Edition. Siehe die Editionen Core, Advanced und Max.

Die Rechnung für einen Auftragsstatus-Agenten, verglichen mit dem Preis pro Gespräch, steht in was ein Serviceagent für Händleranfragen kostet.

Wie schätzen Sie Agentforce-Kosten pro Aktion?

  1. Aktionen pro Gesprächstyp zählen. Die Beispiele der Preisseite geben ein Gefühl: zwei Aktionen für eine Auftragsstatusabfrage, fünf für die Terminbuchung im Außendienst. Bestätigen Sie die Zahl mit Protokollen aus Sandbox-Tests.
  2. Jeden LLM-Aufruf auflisten, der außerhalb der Aktionen läuft, die Tokens auf 2.000er-Einheiten aufrunden und mit der Modellstufe multiplizieren.
  3. Sprache getrennt rechnen: 30 Credits pro Sprachaktion, dazu Speech-Zähler, falls sie greifen.
  4. Dokumente für Data 360 bemessen: Erstbeladung und monatliche Änderungen in MB.
  5. Testlast budgetieren: Testfälle × Läufe × Aktionen zu 16, dazu Prompts und eine Dokumentstichprobe.
  6. Auf Monate verteilen: Pilot, Hochlauf, volle Last.
  7. Reserve für offene Zähler einplanen. Headless Platform Interactions, der Zähler für agentische MCP- und API-Aufrufe, stehen in der Rate Card als „TBA“; laut Salesforce Ben9 kündigt Salesforce den Start 30 Tage vorher an, gezählt wird in Produktions-Orgs. Siehe MCP-Zugriffe als Budgetrisiko.

Vier Wochen nach dem Go-live vergleichen Sie die Schätzung mit Digital Wallet10. Es zeigt den Verbrauch bis auf Agent, Aktion und Kanal und warnt bei Schwellen, die Sie setzen. Voraussetzung ist ein aktiviertes Data 360.

Was passiert mit nicht genutzten Flex Credits?

Sie verfallen. Laut Rate Card müssen Flex Credits vor dem Enddatum der Bestellung verbraucht werden, ohne Übertrag in die nächste Laufzeit.

Ich würde das erste Jahr entlang des Hochlaufs kaufen: ein kleines Pre-Purchase für Pilot und Tests, PayGo oder Pre-Commit für den Hochlauf und ein größeres Volumen, sobald Digital Wallet echte Zahlen zeigt. Weil Mehrverbrauch ohne Aufschlag zum vereinbarten Satz abgerechnet wird, ist ein knapper erster Kauf wenig riskant. Beachten Sie außerdem den Zeitraum der enthaltenen Edition-Credits: Die Preisseite der Sales Cloud11 führt die Pools pro Org und Jahr, die Ankündigung der Editionen vom September 202612 nennt keinen Zeitraum. Mehrere Agenten teilen sich einen Pool, fragen Sie also, wie der Verbrauch pro Agent überwacht wird. Diese Fragen gehören zu meiner Arbeit in Make-or-buy und Lizenzprognosen.

Quellen12
  1. 1Agentforce-Preisseite (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  2. 2Flex Credits Rate Card (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  3. 3Hilfeartikel zu den abrechenbaren Nutzungsarten (öffnet in einem neuen Tab)help.salesforce.com
  4. 4Salesforce Bens Preisleitfaden (öffnet in einem neuen Tab)salesforceben.com
  5. 5im Mai 2025 angekündigte Flex Agreement (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  6. 6Seite zur Modellunterstützung (öffnet in einem neuen Tab)help.salesforce.com
  7. 7laufen nur in Sandboxes (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  8. 8Salesforce Bens Leitfaden zur Vektordatenbank in Data 360 (öffnet in einem neuen Tab)salesforceben.com
  9. 9laut Salesforce Ben (öffnet in einem neuen Tab)salesforceben.com
  10. 10Digital Wallet (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  11. 11Preisseite der Sales Cloud (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  12. 12Ankündigung der Editionen vom September 2026 (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Flex Credit wert?

Salesforce listet Flex Credits zu 500 € je 100.000 Credits, ein Credit kostet also einen halben Cent. Eine Standard- oder Custom-Aktion in Agentforce verbraucht 20 Credits, also 0,10 €.

Werden Prompts zusätzlich zu Agentforce-Aktionen berechnet?

Prompts werden pro Aufruf des LLM-Gateways gezählt, in Einheiten bis 2.000 Tokens. Ob die eigenen Reasoning-Aufrufe des Agenten als Prompts zählen, sagt der Hilfeartikel nicht; klären Sie das mit Ihrem Account Executive und beobachten Sie Digital Wallet im Piloten.

Kosten Agententests in der Sandbox Flex Credits?

Ja. Agententests laufen nur in Sandboxes, und laut Salesforce verbrauchen Testläufe Requests und Credits. Aktionen kosten dort 16 Credits, Prompts den vollen Satz.

Was passiert mit Flex Credits, die ich nicht nutze?

Sie verfallen. Flex Credits müssen vor dem Enddatum der Bestellung verbraucht werden und gehen nicht in die nächste Laufzeit über. Verbrauch über dem Kontingent wird ohne Aufschlag zum vereinbarten Satz abgerechnet.

Wie sehe ich, was mein Agent tatsächlich verbraucht?

Digital Wallet zeigt den Verbrauch nahezu in Echtzeit bis auf Agent, Aktion und Kanal und warnt bei selbst gesetzten Schwellen. Es ist mit Digital-Wallet-fähigen Produkten kostenlos, setzt aber ein aktiviertes Data 360 voraus.

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