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Audit-Trail für KI-Agenten in Salesforce: welche Logs?

Ein Audit-Trail für KI-Agenten in Salesforce setzt sich aus mindestens fünf Logs zusammen, und keines beantwortet jede Frage allein. Der Audit-Trail des Trust Layers und Session Tracing protokollieren Agentengespräche in Data 360. Zugriffe externer KI-Tools über Hosted MCP landen in den API-Logs, die die kostenlose Stufe von Event Monitoring einen Tag lang aufbewahrt. Der Setup Audit Trail deckt Konfigurationsänderungen für mindestens 180 Tage ab, die Feldhistorie 18 bis 24 Monate. Ich würde vor dem Go-live pro Log festlegen, wer es lesen darf, wie lange es bleibt und wer die Aufbewahrung bezahlt.

Welche Fragen stellen Revision, Datenschutz und Betriebsrat?

Bei einem Maschinenbauer entstehen sie rund um Garantie, Händler und Kundendienst:

  • Interne Revision oder Kundenaudit: Wer hat die Anweisungen des Agenten oder die Garantieregel vor der strittigen Entscheidung geändert?
  • Datenschutzbeauftragte: Welche personenbezogenen Daten von Händlermitarbeitenden, Endkunden und Technikern landen in Prompts und Logs, und wann werden sie gelöscht?
  • Betriebsrat: Lassen sich diese Logs nutzen, um einzelne Servicemitarbeitende auszuwerten?
  • IT-Leitung: Welche Datensätze hat ein externes KI-Tool letzte Woche gelesen, und unter welchem Benutzer?

Jede Frage führt zu einem anderen Log, mit eigener Lizenz und eigener Aufbewahrung:

Log Beantwortet Voraussetzung Aufbewahrung
Trust-Layer-Audit-Trail Prompt, Antwort, Toxizitätswerte, Feedback Data 360, Datenerfassung eingeschaltet Auf den gelesenen Seiten nicht genannt
Session Tracing Subagent, Aktion, Eingabe, Ausgabe, Fehler pro Schritt Data 360, Tracing eingeschaltet Nicht genannt; Export-API (Beta) liest die letzten 72 Stunden
API-Ereignisprotokolle Welcher Benutzer las welche Objekte über Hosted MCP oder einen anderen API-Client Kostenlose Stufe oder Event Monitoring 1 Tag kostenlos; 30 Tage bis 1 Jahr bezahlt
Unique-Query-Ereignisse Welche SOQL-Abfragen, Filter und Reports liefen Nicht in der kostenlosen Stufe Wie Event Monitoring
Setup Audit Trail Wer hat was im Setup geändert Standard Mindestens 180 Tage
Feldhistorie Welcher Feldwert sich wann durch wen änderte Standard; Field Audit Trail als Add-on 18 bis 24 Monate; Archiv bis zur Löschung
Audit-Logs von Claude Enterprise Anmeldungen, Datei-Uploads, angelegte oder gelöschte Unterhaltungen Enterprise-Plan Export umfasst 180 Tage

Was protokollieren die Agenten-Logs in Salesforce?

Der Audit-Trail des Trust Layers. Laut Salesforce-Hilfe1 enthält er bei aktivem Masking den maskierten Prompt, die Antwort des LLM und “the full unmasked response that was served to the user”, also die unmaskierte Antwort an den Benutzer. Gespeichert wird in Data 360, sobald die Datenerfassung eingeschaltet ist; eine Aufbewahrungsdauer nennt die Seite nicht. Was der Trust Layer bei Agenten maskiert, steht in was der Einstein Trust Layer schützt.

Session Tracing. Mit Agentforce 32 schrieb Salesforce, Agentforce erfasse “all agent activity in a native, extensible session-tracing data model”, gebaut auf OpenTelemetry und für August 2025 als allgemein verfügbar angekündigt. Das Objekt für Interaktionsschritte3 enthält Schritttyp, Aktionsname, Ein- und Ausgabetext, Fehlermeldung, Benutzer und Zeitstempel. Dieses Log erklärt, warum ein Agent einen Garantieantrag abgelehnt hat: welche Aktion mit welcher Seriennummer lief und was sie zurückgab.

Agent Platform Tracing. Ein Beitrag im Developer-Blog vom Mai 20264 beschreibt Spans für LLM-Aufrufe, Flows und Apex in Data 360, über dieselbe Trace-ID mit Session Tracing verknüpft, und warnt: “There’s no backfill of historical data.” Was vor dem Einschalten passiert, ist nicht protokolliert.

Für Entwickler

Wie kommen Agenten-Traces ins SIEM?

Für ein SIEM (das zentrale Log-System der Security) ist die Session Trace OTel API (öffnet in einem neuen Tab) in der Beta. Sie liefert Sessions, die in den letzten 72 Stunden begonnen haben, eine Session pro Abfrage; ein natives Push ist "planned".

Diese Logs sind selbst ein Speicher personenbezogener Daten: Die Eingabe einer Aktion “Garantie prüfen” enthält Seriennummern, Händlernamen und manchmal den Endkunden. Was die Speicherung an Data-360-Verbrauch kostet, steht auf keiner der Seiten, die ich geöffnet habe.

Wie verfolgen Sie ein externes KI-Tool über die API-Logs?

Liest Claude, ChatGPT oder Cursor Salesforce-Daten über Hosted MCP, erscheinen die Aktionen laut den Security Best Practices5 “in standard Salesforce API logs with full user attribution”. Sie filtern sie mit API_CLIENT_CATEGORY = SALESFORCE_HOSTED_MCP. Die Logs zeigen Operationen, Objekte und Zeitstempel pro Benutzer; das Berechtigungsmodell steht in Hosted MCP Server und Datenzugriff.

Schwierig wird es bei der Aufbewahrung. Laut Trailhead6 erhalten Orgs der Enterprise, Unlimited und Performance Edition einige Ereignistypen kostenlos, darunter Login, Logout und API Total Usage, mit einem Tag Aufbewahrung. Nach meiner Lesart hat eine Org ohne Add-on, die diese Dateien nicht täglich herunterlädt, gar keine MCP-Historie.

Mit Shield oder dem Event-Monitoring-Add-on bleiben Logs laut Event-Monitoring-FAQ7 standardmäßig 30 Tage und bis zu ein Jahr. Die Angreifer im Fall Salesloft Drift waren laut The Hacker News8 vom 8. August bis mindestens 18. August 2025 aktiv. Eine Frage an Tag zehn braucht also Logs ab Tag eins. Die Token-Seite dieses Vorfalls beschreibe ich in Connected Apps und OAuth: Lehren aus Drift.

Die bezahlte Stufe bringt Ereignistypen wie Unique Query9, das verarbeitete SOQL-Abfragen, Filter-IDs und Report-IDs erfasst. Daran sehen Sie, ob ein KI-Client die Preisvereinbarung eines Händlers abgefragt hat oder die aller Händler.

Die Salesforce-Logs enden dort, wo die Daten Salesforce verlassen. Für Claude gibt es Audit-Logs von Anthropic10 nur für Enterprise-Organisationen. Sie erfassen Anmeldungen, Datei-Uploads und angelegte, gelöschte oder umbenannte Unterhaltungen, ohne Chatinhalte, und ein Export umfasst die letzten 180 Tage. Jedem anderen KI-Anbieter würde ich dieselben Fragen stellen: welche Ereignisse, wie lange, welcher Export.

Setup Audit Trail und Feldhistorie zeigen, wer den Agenten geändert hat

Für die Konfiguration enthält der Setup Audit Trail11 Änderungen im Setup “for at least the last 180 days”. Eine Prüfung der Garantieentscheidung vom letzten Jahr findet die Änderung dort nicht mehr. Ich würde Agentendefinitionen in einer Versionsverwaltung halten und über eine Pipeline ausrollen, wie in Agentforce-Agenten testen und freigeben beschrieben, denn eine Repository-Historie läuft nicht ab.

Für Daten deckt die Feldhistorie laut Field-Audit-Trail-Leitfaden12 bis zu 20 Felder pro Objekt für 18 bis 24 Monate ab. Field Audit Trail, erhältlich mit Shield oder als eigene Lizenz, erweitert das auf 200 Felder pro Objekt und archiviert die Historie in einem Big Object, bis Sie sie löschen. Schreibt ein Agent unter eigenem Benutzer, zeigt die Feldhistorie auf Garantiestatus und genehmigtem Betrag, welche Änderungen vom Agenten kamen.

Wie lange sollten Logs aufbewahrt werden?

Artikel 26 des EU AI Act13 verpflichtet Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen, die automatisch erzeugten Logs unter ihrer Kontrolle “at least six months” aufzubewahren, sofern anderes Unionsrecht oder nationales Recht nichts anderes vorsieht. Nach meiner Lesart ist ein Serviceagent für Händler in der Regel nicht hochriskant; die Einordnung steht in EU AI Act: Fristen für Agentforce. Das ist meine Einschätzung, keine Rechtsberatung.

Sechs Monate nehme ich trotzdem als Richtwert, und die Tabelle zeigt die Lücken: ein Tag für kostenlose API-Logs, standardmäßig 30 Tage für bezahlte und keine genannte Dauer für die Logs in Data 360. Länger heißt allerdings nicht automatisch besser. Logs pro benanntem Benutzer zeigen, wer wann was gefragt hat, und damit sind sie in Deutschland ein Thema für den Betriebsrat, siehe KI-Coding, Betriebsrat und DSGVO.

Beispiel: drei Anfragen in einem Quartal

Nehmen wir einen Maschinenbauer mit 90 Händlern, einem Agentforce-Serviceagenten im Händlerportal, der Fragen zum Garantiestatus beantwortet und Anträge anlegt, und 25 Mitarbeitenden im Service-Innendienst, die über Hosted MCP mit Claude Enterprise arbeiten. Event Monitoring ist nicht gekauft. Alle Zahlen sind Annahmen.

Woche 3, Datenschutz. Die Datenschutzbeauftragte fragt, wo die Namen von Händlermitarbeitenden landen: im Audit-Trail, der die Antwort unmaskiert speichert, und in den Schrittein- und -ausgaben von Session Tracing. Mangels dokumentierter Aufbewahrung legt das Unternehmen sechs Monate und einen Löschjob fest. Die IT lädt ab sofort die API-Logs täglich ins SIEM.

Woche 7, Betriebsrat. Die Betriebsvereinbarung erlaubt monatliche Auswertungen je Abteilung; personenbezogene Auswertungen nur nach einem Sicherheitsvorfall und mit Information an den Betriebsrat.

Woche 11, eine Händlerbeschwerde. Ein Händler sagt, ein Wettbewerber kannte seine Nettopreise. Wer hat seine Preisvereinbarung in den letzten 40 Tagen über MCP gelesen? Ohne täglichen Download gäbe es nur die Datei von gestern. Mit ihm liefert der Filter auf SALESFORCE_HOSTED_MCP drei Benutzer aus dem Händlermanagement, und die Untersuchung geht weiter.

Auditdaten und Tracing vor dem ersten Gespräch einschalten

  1. Auditdatenerfassung und Tracing einschalten, bevor das erste produktive Gespräch läuft. Nachträglich wird nichts befüllt.
  2. Ein Log-Inventar schreiben: beantwortete Frage, Verantwortliche, Leserechte, Aufbewahrung, Löschung.
  3. Über die API-Logs entscheiden: täglicher Export ins SIEM oder bezahltes Event Monitoring. Den Preis fand ich auf keiner geöffneten Seite; fragen Sie Ihren Account Executive.
  4. Die Felder protokollieren, die Agenten schreiben, etwa Garantiestatus und genehmigten Betrag.
  5. Agentendefinitionen außerhalb des Setups versionieren.
  6. Betriebsvereinbarung und Löschkonzept des Datenschutzes gemeinsam klären, denn beide betreffen dieselben Logs.

Für das Inventar reicht anfangs eine Tabelle mit einer Zeile pro Log und den Spalten aus Punkt 2. Ein Log-Inventar mit Verantwortlichen gehört zu meiner Arbeit in der Salesforce-Architektur.

Quellen13
  1. 1Salesforce-Hilfe (öffnet in einem neuen Tab)help.salesforce.com
  2. 2Agentforce 3 (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  3. 3Objekt für Interaktionsschritte (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  4. 4Beitrag im Developer-Blog vom Mai 2026 (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  5. 5Security Best Practices (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  6. 6Trailhead (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  7. 7Event-Monitoring-FAQ (öffnet in einem neuen Tab)help.salesforce.com
  8. 8laut The Hacker News (öffnet in einem neuen Tab)thehackernews.com
  9. 9Unique Query (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  10. 10Audit-Logs von Anthropic (öffnet in einem neuen Tab)support.claude.com
  11. 11Setup Audit Trail (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  12. 12Field-Audit-Trail-Leitfaden (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  13. 13Artikel 26 des EU AI Act (öffnet in einem neuen Tab)ai-act-service-desk.ec.europa.eu

Häufig gestellte Fragen

Wo speichert Salesforce den Audit-Trail eines Agentforce-Agenten?

In Data 360. Laut Salesforce-Hilfe liegen dort die Audit- und Feedbackdaten der generativen KI, darunter der maskierte Prompt, die Antwort des LLM und die unmaskierte Antwort, die der Benutzer gesehen hat. Die Datenerfassung muss im Einstein-Setup eingeschaltet werden.

Wie lange bewahrt Salesforce API- und Ereignisprotokolle auf?

Ohne Zusatzprodukt erhalten Orgs der Enterprise, Unlimited und Performance Edition wenige Ereignistypen, darunter API Total Usage und Login, mit einem Tag Aufbewahrung. Mit Shield oder dem Event-Monitoring-Add-on sind es standardmäßig 30 Tage, maximal ein Jahr.

Kann ich sehen, was Claude über Hosted MCP in Salesforce gelesen hat?

Auf der Salesforce-Seite ja. Hosted-MCP-Aufrufe erscheinen in den Standard-API-Logs unter dem benannten Benutzer und lassen sich mit API_CLIENT_CATEGORY = SALESFORCE_HOSTED_MCP filtern. Was das Modell danach mit den Daten macht, steht in keinem Salesforce-Log.

Wie lange reicht der Setup Audit Trail zurück?

Laut Objektreferenz von Salesforce enthält der Setup Audit Trail Änderungen im Setup für mindestens die letzten 180 Tage. Für eine längere Historie der Agentenkonfiguration würde ich Agentendefinitionen in einer Versionsverwaltung halten.

Verlangt der EU AI Act sechs Monate Agenten-Logs?

Artikel 26 verpflichtet Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen, die automatisch erzeugten Logs unter ihrer Kontrolle mindestens sechs Monate aufzubewahren, sofern anderes Recht nichts anderes regelt. Viele Serviceagenten sind nicht hochriskant, ich nehme sechs Monate trotzdem als Richtwert. Keine Rechtsberatung.

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