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Kapitel 08 von 10Masterclass DevOps

Release-Planung für Salesforce: Kalender und Releases

Release-Planung für Salesforce heißt, zwei Kalender übereinanderzulegen. Ihr eigener Kalender legt fest, in welchem Rhythmus Änderungen in Produktion gehen, wann eingefroren wird und wer die Fachbereiche informiert. Der Kalender von Salesforce bringt drei Releases im Jahr, jeweils mit Sandbox Preview, Release Updates und einer neuen API-Version, dazu Abschaltungen mit festen Terminen. Im Herbst 2026 sind das unter anderem der 28. Oktober für die Salesforce CLI, der 1. Dezember für SOAP-Logins und der 20. Februar 2027 für den Passwort-Flow. Ein Release-Manager auf Kundenseite pflegt beide Kalender an einer Stelle und gibt sie allen Partnern verbindlich vor.

Was gehört in einen Salesforce-Release-Kalender?

Ein Release-Kalender ist die eine Übersicht, aus der jedes Team abliest, wann es liefern darf und wann nicht. In einem Programm mit mehreren Implementierungspartnern auf einer Org hat jeder Partner seinen eigenen Sprintplan. Der Kalender gehört deshalb dem Kunden, gepflegt vom Release-Manager aus Kapitel 2, und die Partner planen in ihn hinein. Bei acht Teams auf einer Org, wie in einem meiner Programme, ist er die einzige Stelle, an der alle Termine zusammenkommen.

Vier Ebenen gehören hinein:

  1. Ihre eigenen Releases: reguläre Termine, Hotfix-Regeln, Freeze-Fenster.
  2. Die Salesforce-Releases: Pre-Release-Org, Release Notes, Stichtag für die Sandbox Preview, Upgrade der Sandboxes, Upgrade Ihrer Produktionsinstanz.
  3. Abschaltungen und Release Updates: Termine, an denen etwas aufhört zu funktionieren, wenn niemand handelt.
  4. Termine aus dem Geschäft: Quartalsabschluss im Vertrieb, Inventur, Werksferien, Releases im SAP, Messen mit neuen Produkten im Händlerportal.

Ein fester Rhythmus mit Freeze-Fenstern

Ich empfehle einen festen Rhythmus statt Releases nach Bedarf. Alle zwei oder drei Wochen am selben Wochentag ist für die meisten Programme ein guter Start. Ein fester Termin zwingt die Partner, kleine Pakete zu schnüren, und die Fachbereiche wissen, wann sich etwas ändert. Was dringend ist und nicht warten kann, läuft über den Hotfix-Pfad aus Kapitel 3, nicht über ein Sonder-Release.

Ein Freeze-Fenster ist ein Zeitraum, in dem nichts nach Produktion deployt wird außer Hotfixes mit Freigabe. Drei Arten sind bei Salesforce sinnvoll:

  • Rund um das Upgrade Ihrer Produktionsinstanz. Der Freitag vor dem Upgrade-Wochenende und die ersten Arbeitstage danach. In dieser Zeit wollen Sie Fehler eindeutig zuordnen können: Kommt er vom Salesforce-Release oder von Ihrem?
  • Während der Sandbox Preview für den Weg nach Produktion. Deployments laufen weiter, aber nur über Sandboxes, die auf demselben Release stehen wie Produktion. Dazu unten mehr.
  • Aus dem Geschäft. Quartals- und Jahresabschluss, Inventur, Go-live-Termine im SAP.

Die Freeze-Fenster stehen im Kalender, bevor die Partner ihre Sprints planen. Eine Freeze-Regel, die erst zwei Tage vorher bekannt wird, wird umgangen.

Wie laufen die drei Salesforce-Releases im Jahr ab?

Salesforce liefert laut der Release-Seite (öffnet in einem neuen Tab) dreimal im Jahr ein großes Release: Spring üblicherweise im Februar, Summer im Juni, Winter im Oktober. Der Ablauf ist jedes Mal gleich. Für Winter ’27 sah er laut dem Admin-Countdown von Salesforce (öffnet in einem neuen Tab) und den Sandbox Preview Instructions (öffnet in einem neuen Tab) so aus:

Termin Schritt
13. August 2026 Anmeldung für die Pre-Release-Org
19. August 2026 Release Notes auf Salesforce Help
27. August 2026, 18 Uhr Pacific Time Stichtag für Sandboxes, die auf die Preview-Version sollen
28. und 29. August 2026 Upgrade der Sandboxes auf Preview-Instanzen
4. September, 2. Oktober, 9. Oktober 2026 Upgrade der Produktions-Orgs, je nach Instanz
9. und 10. Oktober 2026 Upgrade der Sandboxes auf Non-Preview-Instanzen

Den genauen Termin Ihrer Produktionsinstanz zeigt der Maintenance Calendar auf Salesforce Trust (öffnet in einem neuen Tab). Für Spring ’27 nenne ich hier keine Termine, weil ich sie bei Salesforce noch nicht nachlesen konnte. Tragen Sie sie ein, sobald Trust sie für Ihre Instanz zeigt.

Sandbox Preview: welche Sandbox bekommt das Release früher?

Ob eine Sandbox das neue Release früh bekommt, hängt an ihrer Instanz. Alle Sandboxes auf einer Preview-Instanz werden gemeinsam aktualisiert, Sandboxes auf Non-Preview-Instanzen bleiben auf dem aktuellen Release, bis auch Produktion umgestellt ist. Welche Instanz eine Sandbox hat, zeigt die Spalte Release Type auf der Sandbox-Seite im Setup. Ändern lässt sich das nur per Refresh: Laut Salesforce Help landet eine Sandbox, die nach dem Stichtag erstellt oder aktualisiert wird, auf einer Non-Preview-Instanz und fällt auf das alte Release zurück. Ein Refresh baut die Sandbox aus Produktion neu auf, eigene Daten und Konfiguration darin sind danach weg.

Für den Release-Kalender folgen daraus zwei Regeln:

Für Entwickler

Welche API-Version nimmt die Salesforce CLI?

Für die Salesforce CLI, auf der auch sfdx-hardis aufsetzt, gilt laut Salesforce-Dokumentation (öffnet in einem neuen Tab): Ohne Vorgabe nimmt die CLI die höchste API-Version, die die Ziel-Org unterstützt. Legen Sie deshalb sourceApiVersion in sfdx-project.json fest und heben Sie den Wert erst nach dem Upgrade von Produktion an, in einem eigenen Pull Request.

Release Updates: Änderungen mit Durchsetzungstermin

Release Updates sind Änderungen, die Salesforce ankündigt und zu einem festen Release durchsetzt, weil sie bestehende Anpassungen verändern können. Sie stehen im Setup unter Release Updates (öffnet in einem neuen Tab), sortiert nach Needs Action, Due Soon, Overdue und Archived. Jedes Update nennt ein Datum Complete Steps By und das Release, in dem Salesforce es durchsetzt. Bei vielen Updates gibt es einen Testlauf. Laut Salesforce Help ist die Änderung damit „immediately enabled in your org“, und in Sandboxes kann der Testzeitraum früher enden.

Daraus wird ein fester Punkt im Kalender: Nach jedem Salesforce-Release geht der Release-Manager die Liste durch, gibt jedem Update einen Verantwortlichen, startet den Testlauf zuerst in der Preview- oder Integrationssandbox und aktiviert das Update in Produktion an einem eigenen Termin, bevor Salesforce es tut. Zwei aktuelle Beispiele: Die neue Berechtigung „Use Any API Auth“ für SOAP-Logins ab 1. Dezember 2026 lässt sich laut Salesforce über das Release Update im Setup vorab testen. Das Ende des OAuth-Passwort-Flows ist ebenfalls als Release Update (öffnet in einem neuen Tab) veröffentlicht.

Wer die Liste nicht von Hand prüfen will: Das Monitoring von sfdx-hardis sammelt laut Dokumentation (öffnet in einem neuen Tab) wöchentlich Warnungen zu anstehenden und überfälligen Release Updates und meldet den nächsten Upgrade-Termin der Instanz. Mehr zum Monitoring in Kapitel 9.

API-Versionen: jedes Release bringt eine neue

Mit jedem Release kommt eine neue API-Version, mit Winter ’27 die 68.0. Das allein ändert nichts an Ihrem Code, denn jede Apex-Klasse und jeder Trigger speichert seine eigene Version. Riskant wird das Anheben. Ab API 67.0 laufen Apex-Klassen im User Mode und mit Sharing, Abfragen liefern dann still weniger Datensätze. Warum das passiert und wie Sie das Anheben planen, steht in API 67.0: warum Apex weniger Datensätze sieht. Coding-Agenten heben Versionen gern nebenbei an, deshalb gehört eine Regel dazu auch in die Regeldatei aus Kapitel 8 der KI-Masterclass.

Mein Vorschlag für den Kalender: einmal im Jahr ein geplantes Paket, das sourceApiVersion und die Klassen in Schüben nach Fachbereich anhebt, mit Tests als echte Benutzer. Dazu gehören die Klassen, für die der Compiler seit Winter ’27 warnt, weil sie auf Version 9.0 bis 19.0 gespeichert sind.

Welche Abschaltungen treffen Ihre Pipeline?

Abschaltungen sind Termine, an denen etwas aufhört zu funktionieren. Bis Summer ’28 stehen diese im Kalender:

Termin Was endet Wen es trifft
28. Oktober 2026 sf org display gibt keine Access Tokens mehr aus, die Übergangslösung endet Pipeline-Skripte, die das Token lesen
2. November 2026 lokaler Salesforce DX MCP Server laut README am Ende seiner Lebensdauer Coding-Agenten der Partner
1. Dezember 2026 SOAP login() braucht „Use Any API Auth“ Integrationsbenutzer
20. Februar 2027 OAuth-Username-Password-Flow für Connected Apps Schnittstellen, Datenlader, Werkzeuge
Summer ’27 SOAP login() in API 31.0 bis 64.0; API 31.0 bis 40.0 ohne Updates ältere Schnittstellen
Summer ’28 SOAP-, REST- und Bulk-API 31.0 bis 40.0 fallen aus ältere Schnittstellen

Dazu braucht die Salesforce CLI seit Winter ’27 Node.js 22 oder neuer, was CI-Runner und Docker-Images betrifft. Die Details stehen in vier Artikeln: Winter ’27 und Ihre Pipeline, Passwort-Integrationen enden 2027, Ende des DX MCP Servers und der Artikel zu API 67.0 oben. Wie die Pipeline sich ohne Passwörter anmeldet, steht in Kapitel 5.

Für die Planung zählt, dass jede Abschaltung einen Verantwortlichen auf Kundenseite und einen Erledigt-Termin vor dem Salesforce-Termin bekommt. Beim Passwort-Flow würde ich das Setting in Produktion einige Tage vorher selbst abschalten, mit dem Team in Bereitschaft. Dann passiert der Ausfall an einem Tag, den Sie gewählt haben.

Fachbereiche informieren

Die Fachbereiche merken ein Release, egal ob es von Ihnen oder von Salesforce kommt. Salesforce aktiviert mit jedem Release Funktionen automatisch, im Trailhead-Modul zur Release-Strategie (öffnet in einem neuen Tab) heißen sie „Quick Wins“. Ein geänderter Bildschirm im Außendienst ist für den Techniker auf der Baustelle eine Änderung, egal wer sie ausgelöst hat.

Was sich bewährt, ohne viel Aufwand:

  • Ein Kalender, den die Fachbereiche sehen. Releasetermine, Freeze-Fenster und das Salesforce-Upgrade, ohne technische Details.
  • Release Notes für Anwender pro Release. Gegliedert nach Rolle: Innendienst, Service, Field Service, Vertrieb, Händler im Portal. Pro Punkt ein Satz, was sich für die Rolle ändert.
  • Key User testen in der Preview-Sandbox. Wer die Prozesse kennt, sieht in einer Stunde, ob ein Salesforce-Release die Garantieabwicklung oder die Ersatzteilbestellung verändert.
  • Ein Kanal für Rückmeldungen. Salesforce rät selbst, Anwendern zu sagen, wo sie Fragen und Probleme melden.
  • Externe Benutzer rechtzeitig. Händler im Portal planen ihre Schulungen nicht nach Ihrem Sprint. Für sie gilt ein längerer Vorlauf.

Beispiel: ein Maschinenbauer vor Spring ’27

Angenommen, ein Maschinenbauer betreibt Service Cloud, Field Service und ein Händlerportal, angebunden an SAP S/4. Drei Partner arbeiten auf einer Org, Releases gehen alle zwei Wochen am Donnerstag live. Die Release-Managerin auf Kundenseite plant im November:

  1. 01

    Abschaltungen eintragen

    November

    Sie trägt den Termin für SOAP-Logins am 1. Dezember und das Ende des Passwort-Flows am 20. Februar ein und gibt beiden einen Verantwortlichen. Die Integrationsinventur läuft bis Ende November.

  2. 02

    Spring '27 einplanen

    sobald Trust die Termine zeigt

    Sobald Trust die Spring-'27-Termine zeigt, setzt sie den Stichtag für die Sandbox Preview, das Upgrade-Wochenende der Produktionsinstanz und ein Freeze-Fenster darum herum in den Kalender.

  3. 03

    Preview-Sandbox aktualisieren

    vor dem Stichtag

    Eine eigene Developer-Pro-Sandbox außerhalb der Deployment-Kette wird vor dem Stichtag aktualisiert und ist die Preview-Sandbox für SAP-Schnittstellentests und Release Updates. Integration, UAT und Staging bleiben auf dem Release von Produktion.

  4. 04

    Passwort-Flow früh abschalten

    Ende Januar

    Weil Spring '27 und das Ende des Passwort-Flows in denselben Wochen liegen könnten, schaltet sie den Passwort-Flow schon Ende Januar selbst ab, getrennt vom Salesforce-Upgrade.

  5. 05

    Kalender verteilen

    an alle Partner

    Die Partner bekommen den Kalender schriftlich. Wer im Freeze liefern will, braucht ihre Freigabe.

Keiner dieser Schritte braucht ein neues Werkzeug. Er braucht jemanden auf Kundenseite, der den Kalender besitzt, und Partner, die vertraglich in ihn hinein planen. Wie solche Regeln in die Partnerverträge kommen, beschreibe ich unter Partnersteuerung; die Datenseite eines Releases behandelt Kapitel 7, alle Kapitel finden Sie auf der Übersichtsseite.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft bringt Salesforce ein neues Release?

Dreimal im Jahr: Spring, Summer und Winter. Laut Salesforce kommt Spring üblicherweise im Februar, Summer im Juni und Winter im Oktober. Die genauen Termine Ihrer Instanz stehen im Maintenance Calendar auf Salesforce Trust.

Wie bekomme ich eine Sandbox auf die Preview-Version?

Erstellen oder aktualisieren Sie die Sandbox vor dem Stichtag aus den Sandbox Preview Instructions. Ob eine Sandbox auf einer Preview-Instanz liegt, zeigt die Spalte Release Type auf der Sandbox-Seite im Setup. Ein Refresh nach dem Stichtag schiebt sie auf eine Non-Preview-Instanz.

Was passiert, wenn ich ein Release Update ignoriere?

Salesforce setzt es mit dem Release durch, das in der Spalte Enforcement Scheduled or Enforced In steht. Nach dem Datum Complete Steps By wird es als überfällig angezeigt. Dann gilt die Änderung ohne Ihren Test.

Darf während der Sandbox Preview deployt werden?

Ja, solange der Weg nach Produktion nur über Sandboxes auf dem Produktionsrelease läuft. Aus einer Preview-Sandbox nach Produktion zu deployen, scheitert leicht an Metadaten, die die ältere API-Version nicht kennt.

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