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Salesforce Contracts: Reicht das Vertragsmanagement?

Salesforce Contracts reicht für Kundenverträge, die aus dem Vertriebsprozess entstehen: Lieferverträge, Serviceverträge und Rahmenverträge auf Basis Ihrer eigenen Vorlagen. Es erzeugt den Vertrag aus Angebot oder Auftrag, nutzt eine Klauselbibliothek, lässt die Rechtsabteilung in Word arbeiten, schickt den Vertrag über DocuSign zur Unterschrift und verfolgt danach die Pflichten. In der Preisliste steht es ab 50 Euro je Nutzer und Monat. Ein eigenes Werkzeug für das Vertragsmanagement sollte die Rechtsabteilung behalten, wenn sie Einkauf, NDAs und Konzernverträge an einer Stelle führt oder die meisten Verträge auf dem Papier des Kunden entstehen.

Was ist Salesforce Contracts?

Salesforce Contracts ist das Werkzeug von Salesforce für Contract Lifecycle Management (CLM), also alles vom Entwurf eines Vertrags bis zu Verlängerung oder Kündigung. Es gehört zu Revenue Cloud, das die Hilfe auch Revenue Management nennt. Laut Trailhead1 durchläuft ein Vertrag fünf Phasen: Erstellung, Verhandlung, Freigabe, Ausführung mit elektronischer Unterschrift und Aktivierung.

Für die Architektur zählen zwei Punkte. Erstens legen Vertragstypen fest, um welches Dokument es sich handelt, etwa einen Verkaufsvertrag oder eine Geheimhaltungsvereinbarung. Jeder Typ kann einen eigenen Lebenszyklus haben, mit einem Statusmodell, das regelt, welche Aktionen in welcher Phase erlaubt sind. Zweitens lassen sich Verträge über APIs ohne Oberfläche anlegen und ändern, aus “opportunities, orders, quotes, or any standard Salesforce object”. Der Vertrag beginnt also mit den Daten, die der Vertrieb schon erfasst hat, und nicht mit einem leeren Dokument.

Der Developer Guide zu Salesforce Contracts2 für Winter ’27 nennt die Standardobjekte dahinter, darunter ContractDocumentVersion für Dokumentversionen, DocumentClause für Klauseln, ContractType und Obligation.

Vom Angebot bis zur Unterschrift: Vorlagen, Klauseln, Word und DocuSign

Die Erstellung ist der stärkste Teil. Trailhead nennt diese Funktionen:

  • Document Template Designer, um Vorlagen mit wenig oder ohne IT-Hilfe zu bauen, gefüllt mit Daten aus dem Datensatz.
  • Vorlagenfilter, damit für einen Vertrag nur die passenden Vorlagen erscheinen.
  • Klauselbibliothek mit “reusable, pre-approved legal language and terms”.
  • Microsoft-365-Integration: Nutzer bearbeiten das Dokument in Word online und speichern die Änderungen zurück in Salesforce.
  • Generative KI für das Erzeugen von Klauseln und das Extrahieren von Vertragsdaten.
  • Versionsverwaltung: Eine Änderung, etwa an der Laufzeit, erzeugt automatisch eine neue Version.
  • DocuSign für die elektronische Unterschrift.

Für einen Hersteller entscheiden Klauselbibliothek und Word-Integration über die Akzeptanz. Der Vertrieb will aus dem Angebot schnell einen Vertrag, die Rechtsabteilung will freigegebene Klauseln und in Word verhandeln, nicht in einem Webformular. Salesforce Contracts gibt beiden Seiten ihr Werkzeug am selben Datensatz.

Die Freigabe folgt derselben Logik wie bei Angeboten. Haben Sie Ihre Freigabematrix schon für Rabatte modelliert, erweitern Sie sie um abweichende Klauseln, statt eine zweite zu bauen. Wie ich eine solche Matrix aufsetze, steht in Rabattfreigaben in Revenue Cloud.

Was passiert nach der Unterschrift?

Nach der Aktivierung verfolgt Salesforce Contracts die Pflichten aus dem Vertrag. Laut der Trailhead-Einheit zu Obligations3 ist eine Pflicht eine Zusage aus einem unterschriebenen Vertrag, etwa ein Lieferplan, eine Zahlungsbedingung oder eine Compliance-Anforderung. Jede Pflicht hat einen Verantwortlichen und den Status Compliant, Non-Compliant oder At Risk, und Nutzer bekommen Erinnerungen vor Fristen. Die Einheit zeigt Pflichten, die von Hand am Vertrag angelegt werden.

Für Maschinenbauer ist das nützlich bei Zusagen, die außerhalb des ERP liegen: Vertragsstrafen bei Lieferverzug, Dokumentationspflichten bei der Abnahme, Kündigungsfristen für Preisanpassungen. Liefertermine und Rechnungen selbst bleiben dort, wo sie verarbeitet werden, meist in SAP. Diese würde ich nicht als Pflichten nachbauen.

Für Vertragsmanager gibt es eine Console-App als zentralen Arbeitsplatz und Salesforce Contracts Analytics mit Dashboards zu Vertrags- und Lebenszyklusdaten.

Was kostet Salesforce Contracts?

Die Preisseite zu Salesforce Contracts4 nennt einen Preis je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Enthalten sind Vertragserstellung und Dokumentenablage, Integrationen für Redlining und elektronische Unterschrift sowie Pflichtenverwaltung. Eine Fußnote sagt, dass die SKU “requires prerequisite products”, und laut FAQ ist das Produkt auf die Zusammenarbeit mit Sales Cloud ausgelegt.

Nutzen Sie ohnehin Revenue Cloud, sehen Sie sich zuerst die Editionen an. Laut Preisseite zu Revenue Cloud5 enthält Revenue Cloud Advanced Contracts & Orders, für Revenue Cloud Growth ist Contract Lifecycle Management zukaufbar.

50 €

Salesforce Contracts je Nutzer und Monat (auch 50 $), jährliche Abrechnung, braucht Voraussetzungsprodukte

150 €

Revenue Cloud Growth je Nutzer und Monat, Contract Lifecycle Management zukaufbar

200 €

Revenue Cloud Advanced je Nutzer und Monat, mit Contracts & Orders

Quelle: Salesforce-Preisseiten zu Salesforce Contracts und Revenue Cloud

Mehr zur Lizenzplanung in Salesforce-Lizenzen: Braucht jeder eine volle Lizenz?

Sales Agreements und Serviceverträge bleiben eigene Objekte

Hersteller mit mehreren Salesforce-Produkten haben schnell drei Dinge, die “Vertrag” heißen. Sie beantworten unterschiedliche Fragen.

Datensatz Produkt Beantwortet
Vertrag mit Dokumentversionen Salesforce Contracts Was haben wir unterschrieben, mit welchen Klauseln?
Sales Agreement Manufacturing Cloud Welche Mengen und Preise wurden je Periode vereinbart, und werden sie erreicht?
Servicevertrag Field Service Welche Anlagen sind abgedeckt, mit welchem Service-Level?

Das Sales Agreement vergleicht geplante mit tatsächlichen Mengen, beschrieben in Sales Agreements und Abnahmemengen. Der Servicevertrag mit Entitlements steuert, was der Techniker leisten darf, beschrieben in Wartungsverträge in Field Service. Salesforce Contracts hält das unterschriebene Dokument. Ein Rahmenvertrag kann alle drei brauchen: den Rechtstext, den Mengenplan und die Serviceabdeckung. Legen Sie früh fest, welcher Datensatz für welches Feld führend ist, sonst pflegen Sie die Laufzeit an drei Stellen.

Wann sollte die Rechtsabteilung ihr eigenes CLM-Werkzeug behalten?

In diesen Fällen würde ich ein eigenes CLM-Werkzeug außerhalb von Salesforce behalten oder wählen:

  • Die Rechtsabteilung führt alle Vertragsarten zentral. Einkaufsverträge, NDAs, Arbeits- und Konzernverträge gehören in ein Repository, und Kundenverträge sind nur ein kleiner Teil.
  • Die meisten Verträge entstehen auf dem Papier des Kunden. Große OEM-Kunden schicken ihre eigenen Einkaufsbedingungen. Dann zählen Prüfung und Redlining fremder Dokumente mehr als Vorlagen.
  • Die Rechtsabteilung arbeitet nicht in Salesforce. Bräuchten Juristen eine Lizenz nur für die Vertragsprüfung, summiert sich der Preis je Nutzer, und die Akzeptanz leidet.

Dann erzeugt Salesforce die kaufmännischen Daten und übergibt den unterschriebenen Vertrag über eine Schnittstelle. Ein Rechenbeispiel: Ein Zulieferer von Antriebskomponenten hat eine eigene Rechtsabteilung mit einem bestehenden CLM-Werkzeug für alle Konzernverträge. Der Vertrieb verschickt 300 Standard-Lieferverträge im Jahr aus Angeboten. Hier würde ich die Standardverträge in Salesforce Contracts mit freigegebenen Klauseln und DocuSign erzeugen und nur Verträge mit abweichenden Klauseln an das Werkzeug der Rechtsabteilung geben. So bleibt die Routine schnell und die Ausnahme bei den Juristen. Diese Make-or-Buy-Frage gehört zu meiner Arbeit an Make-or-Buy und Lizenzprognosen.

Kundenverträge zählen und in drei Gruppen sortieren

Zählen Sie Ihre Kundenverträge pro Jahr und sortieren Sie sie in drei Gruppen: eigene Vorlage ohne Änderungen, eigene Vorlage mit verhandelten Klauseln, Papier des Kunden. Überwiegen die ersten beiden Gruppen, passt Salesforce Contracts. Bauen Sie dann mit der Rechtsabteilung die Klauselbibliothek, bevor die erste Vorlage entsteht. Wie Verträge in den Weg vom Angebot zum Auftrag passen, zeigt das Kapitel Angebot, Vertrag, Auftrag.

Quellen5
  1. 1Trailhead (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  2. 2Developer Guide zu Salesforce Contracts (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  3. 3Trailhead-Einheit zu Obligations (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  4. 4Preisseite zu Salesforce Contracts (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com
  5. 5Preisseite zu Revenue Cloud (öffnet in einem neuen Tab)salesforce.com

Häufig gestellte Fragen

Was ist Salesforce Contracts?

Salesforce Contracts ist das Produkt für Vertragsmanagement (Contract Lifecycle Management) von Salesforce und gehört zu Revenue Cloud. Es deckt Erstellung mit Vorlagen und Klauselbibliothek, Verhandlung in Word, Freigaben, elektronische Unterschrift über DocuSign, Aktivierung und Pflichtenverwaltung auf der Salesforce-Plattform ab.

Was kostet Salesforce Contracts?

Die Preisseite von Salesforce nennt Salesforce Contracts ab 50 Euro oder 50 Dollar je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung und weist darauf hin, dass die SKU Voraussetzungsprodukte braucht. Revenue Cloud Advanced für 200 Euro führt Contracts & Orders als enthalten.

Können Juristen Verträge in Word bearbeiten?

Ja. Laut Trailhead können Nutzer Vertragsdokumente über die Microsoft-Office-365-Integration in Word online bearbeiten und die Änderungen zurück in Salesforce Contracts speichern.

Ersetzt Salesforce Contracts ein CLM-Werkzeug der Rechtsabteilung?

Für Kundenverträge aus dem Vertriebsprozess oft ja. Verwaltet die Rechtsabteilung Einkaufsverträge, NDAs, Arbeitsverträge und Konzernverträge in einem Repository, bleibt meist ein eigenes CLM-Werkzeug, und Salesforce übergibt den unterschriebenen Kundenvertrag.

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