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Salesforce Pricing: Wie Revenue Cloud Preise berechnet

Revenue Cloud berechnet Preise mit Salesforce Pricing. Das Preisbuch hält den Listenpreis, Decision Tables machen die Preisdaten für die Engine lesbar, eine Kontextdefinition bringt die Angebotsposition in die Berechnung, und eine Pricing Procedure arbeitet die Schritte in fester Reihenfolge ab, etwa Listenpreis, Mengenrabatt, Attributrabatt, manueller Rabatt und Aggregatpreis. Der Preiswasserfall zeigt anschließend jeden Schritt. Für Hersteller heißt das: Preislogik wird Konfiguration, die auf jedem Angebot Preise verändert. Ich behandle eine Pricing Procedure deshalb wie Code: eine verantwortliche Person, Versionen und Regressionsfälle vor jeder Änderung.

Woraus besteht Salesforce Pricing?

Salesforce Pricing ist die Preisfindung in Revenue Cloud, das in der Salesforce-Dokumentation derzeit auch Revenue Management oder Agentforce Revenue Management heißt. Gearbeitet wird in der App Price Management. Laut der Trailhead-Einheit Configure Pricing for Products1 bilden vier Teile die Grundlage:

  • Preisbücher halten die Produktpreise. Ein Produkt muss im Standardpreisbuch stehen, bevor es in ein eigenes Preisbuch kommt, wie Explore Salesforce Pricing2 erklärt.
  • Decision Tables sind die Brücke zu den Daten. Pricing Procedures lesen Preisbucheinträge nicht direkt, Regeln in den Decision Tables holen die Werte aus den zugrunde liegenden Tabellen.
  • Kontextdefinitionen beschreiben, welche Daten hinein- und herausgehen. Standard ist SalesTransactionContext, der Verkaufsvorgänge mit Angeboten, Assets und Aufträgen verbindet. Ein Pricing-Admin kann ihn um eigene Felder erweitern.
  • Pricing Procedures sind die eigentliche Berechnung.

Dazu kommen Preisanpassungspläne für Mengenstaffeln, Vertragspreise auf Contract-Item-Price-Datensätzen und abgeleitete Preise3, bei denen sich der Preis eines Produkts aus einem anderen ergibt, etwa ein Zubehörteil mit 10 Prozent vom Listenpreis des Hauptprodukts.

Wer von Salesforce CPQ kommt: Was dort Price Rules und das Quote Calculator Plugin erledigt haben, muss in Pricing Procedures neu gebaut werden. Automatisch umgewandelt wird nichts. Die übrigen Unterschiede stehen in Salesforce CPQ und Revenue Cloud: die Unterschiede.

Wie berechnet eine Pricing Procedure einen Preis?

Salesforce beschreibt eine Pricing Procedure als festgelegte Menge von Preiselementen in einer Ausführungsreihenfolge. Jedes Element nimmt seine Eingaben aus der Kontextdefinition, wendet seine Logik an und gibt das Ergebnis an das nächste Element weiter. Das Endergebnis geht zurück an die Kontextdefinition, die es in die Angebotsposition schreibt.

Die Trailhead-Beispiele bauen eine Prozedur aus diesen Elementen:

  1. Pricing Setting ordnet die Position zu und legt die Ausgaben fest: Preiswasserfall, Nettostückpreis und Zwischensumme.
  2. List Price sucht den Preisbucheintrag nach Produkt, Preisbuch und Verkaufsmodell. Ist “Use contract-based pricing” gesetzt, sucht das Element zuerst einen Vertragspreis im aktiven Vertrag des Kunden4.
  3. Volume Discount liest die Staffeln eines Preisanpassungsplans nach Menge und Gültigkeitsdatum. Das Trailhead-Beispiel5 nutzt 10 Prozent ab 100 Stück und 25 Prozent ab 300.
  4. Attributrabatt passt den Preis abhängig von Produktattributen an, zum Beispiel für eine günstigere Variante mit einfacher Steuerung.
  5. Manual Discount übernimmt den Rabatt, den der Vertrieb nach Art und Wert eingibt.
  6. Aggregate Price fasst Werte über mehrere Positionen zusammen6, etwa je Produktfamilie. Das passiert auf Positionsebene, in den Kopf des Angebots rollt Revenue Cloud diese Summen nicht hoch.

Die Reihenfolge ist Geschäftslogik. Ob der manuelle Rabatt vor oder nach dem Mengenrabatt greift, verändert den Nettopreis, ebenso, ob ein Vertragspreis den Listenpreis ersetzt, bevor Staffeln wirken. Das entscheiden Vertriebsleitung und Controlling, nicht die Person, die die Prozedur baut.

Eine neue Prozedur beginnt als leere Version V1, jedes hinzugefügte Element wird ein Schritt. Welche Prozedur gilt, legen Sie in den Revenue Settings als Standard-Pricing-Procedure fest. Nach einer Änderung speichern und aktivieren Sie die Version.

Decision Tables nach jeder Preisänderung aktualisieren

Dieser Schritt wird in den ersten Wochen am leichtesten vergessen. Ändern Sie einen Preisbucheintrag oder eine Mengenstaffel, rechnet das Angebot weiter mit dem alten Wert, bis die Decision Table aktualisiert ist. Trailhead zeigt zwei Wege: Sync Pricing Data im Salesforce Pricing Setup ausführen oder einzelne Decision Tables im Setup aktualisieren, etwa Volume Discount Entries oder für Vertragspreise Contract Pricing Entries und Contract Pricing Volume Tiers.

Was zeigt der Preiswasserfall?

Der Preiswasserfall zeigt jeden Rechenschritt vom Listenpreis bis zum Endpreis. Sie sehen ihn an zwei Stellen: in der Simulation des Pricing Procedure Builder und an der Angebotsposition, wenn Sie mit der Maus über den Nettostückpreis fahren. Im Beispiel zu Vertragspreisen zeigt er den Vertragspreis als Basis und den Mengenrabatt darauf.

Für den Vertrieb beantwortet er die Frage “Warum ist der Preis so?” ohne Ticket an die IT. Für das Controlling dokumentiert er, wie ein Preis zustande kam. Für Tests ist er das nützlichste Werkzeug: Die Simulation hat einen vereinfachten Modus mit Eingabefeldern und einen erweiterten Modus mit JSON-Eingabe. Trailhead merkt an, dass Entwickler meist den JSON-Modus bevorzugen, und ich sehe das genauso, denn ein JSON-Fall lässt sich speichern und nach jeder Änderung wieder ausführen.

Können andere Systeme Revenue Cloud nach einem Preis fragen?

Ja. Die Salesforce Pricing Business APIs7 im Revenue Management Developer Guide (Winter ’27, API 68.0) enthalten Ressourcen für Headless Pricing, für die Aktualisierung der Nachschlagetabellen und für den Preiswasserfall.

Für Entwickler

Welche Ressourcen der Pricing Business APIs brauchen Sie?
  • /connect/core-pricing/pricing für Headless Pricing, das in einem Aufruf einen Kontext anlegt und befüllt und Preise je Position samt Fehlern zurückgibt
  • /connect/core-pricing/price-contexts/{contextId}, um einen bestehenden Kontext zu bepreisen
  • /connect/core-pricing/sync/{pricingSyncOrigin}, um die Nachschlagetabellen zu aktualisieren
  • /connect/core-pricing/waterfall, um den Preiswasserfall einer Position zu schreiben und zu lesen

Das zählt, wenn derselbe Preis in einem Händlerportal, einem B2B-Shop oder in der Antwort eines Agenten erscheinen soll. Den Shop behandle ich in Advanced Pricing im B2B-Shop und im Kapitel Preise, Warenkorb und Checkout. Ein Agent sollte die Pricing API aufrufen und nie selbst einen Preis ausrechnen, nach derselben Regel, die ich in Agent Script: Geschäftsregeln gehören nicht ins LLM beschreibe.

Jede Pricing Procedure braucht eine verantwortliche Person

Eine Pricing Procedure ändert Preise auf jedem Angebot. Ich behandle sie wie Code, auch wenn sie per Klick gebaut wird:

  • Eine verantwortliche Person. Meist ein Pricing-Admin im Vertriebsinnendienst oder in Sales Operations, Änderungen gibt das Controlling frei. Der Implementierungspartner baut, entscheidet aber nicht.
  • Versionen. Jede Änderung wird eine neue Version mit einer kurzen Notiz, was sich warum geändert hat.
  • Regressionsfälle. Ein fester Satz von Referenzangeboten mit dokumentierten Soll-Nettopreisen: Standardprodukte, jede Mengenstaffel, Vertragskunden, Attributrabatte, manuelle Rabatte über und unter den Freigabegrenzen. Jede Änderung läuft gegen alle Fälle, bevor sie live geht.
  • Deployment. Prozeduren wandern als Metadaten zwischen Orgs, Preisbücher, Staffeln und Vertragspreise dagegen sind Daten. Laut der Gearset-Dokumentation8 sind Pricing Procedures in der Metadata API ExpressionSetDefinitions, ein Deployment legt in der Ziel-Org eine neue Version an, und danach müssen die Decision Tables aktualisiert werden. Wie das in eine Pipeline passt, steht in Revenue Cloud Deployments.

Wie Tests und Reviews allgemein in den Release-Prozess gehören, behandelt das Kapitel Qualität, Tests und Reviews der DevOps-Masterclass.

Rechenbeispiel: Pumpenhersteller mit Händlern und Vertragspreisen

Ein Pumpenhersteller verkauft 60 Produktfamilien über den eigenen Vertrieb und über Händler. Die Listenpreise kommen jede Nacht aus SAP ins Standardpreisbuch. Händler bekommen einen Mengenrabatt, 20 Großkunden haben Vertragspreise für zwei Jahre, und eine Variante mit einfacher Steuerung ist 8 Prozent günstiger.

Die Prozedur enthielte den Listenpreis mit vertragsbasierter Preisfindung, einen Attributrabatt für die Steuerung, den Mengenrabatt, den manuellen Rabatt und ein Aggregat je Produktfamilie. Der Nachtjob lädt die Preise und startet danach den Sync. Der Regressionssatz umfasst 25 Referenzangebote, die jede Produktgruppe, jede Mengenstaffel und mehrere Vertragskunden abdecken. Wünscht der Vertrieb eine Aktion, baut der Pricing-Admin eine neue Version in einer Sandbox, lässt die 25 Fälle laufen, das Controlling prüft die Abweichungen im Preiswasserfall, und erst dann wird die Version in der Produktion aktiviert.

Ob SAP oder Salesforce Händler- und Vertragspreise überhaupt berechnen sollte, ist eine eigene Entscheidung. Die behandle ich in Kundenpreise: SAP-Konditionen oder Salesforce Pricing?.

Die Preislogik als Schritte aufschreiben

Schreiben Sie Ihre Preislogik als Schritte auf, bevor jemand den Builder öffnet: Welcher Preis ist der Ausgangspunkt, welche Rabatte folgen in welcher Reihenfolge, welche brauchen eine Freigabe? Diese Liste wird zugleich die Prozedur und die ersten Regressionsfälle. Wie die Preisfindung mit Katalog und Konfigurator zusammenspielt, erklärt das Kapitel Katalog, Konfigurator, Preise der Masterclass Revenue Cloud, die Freigaben behandelt Rabattfreigaben in Revenue Cloud.

Quellen8
  1. 1Configure Pricing for Products (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  2. 2Explore Salesforce Pricing (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  3. 3abgeleitete Preise (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  4. 4Vertragspreis im aktiven Vertrag des Kunden (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  5. 5Trailhead-Beispiel (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  6. 6fasst Werte über mehrere Positionen zusammen (öffnet in einem neuen Tab)trailhead.salesforce.com
  7. 7Salesforce Pricing Business APIs (öffnet in einem neuen Tab)developer.salesforce.com
  8. 8Gearset-Dokumentation (öffnet in einem neuen Tab)docs.gearset.com

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Pricing Procedure in Revenue Cloud?

Eine Pricing Procedure ist eine feste Abfolge von Preiselementen, die aus einem Listenpreis einen Nettopreis macht. Jedes Element nimmt seine Eingaben aus der Kontextdefinition oder dem vorherigen Element, wendet seine Logik an und gibt das Ergebnis weiter.

Was ist der Unterschied zwischen Preisbuch und Decision Table?

Das Preisbuch speichert die Preise. Decision Tables sind Nachschlagetabellen, die die Pricing Procedure liest. Sie werden aus Preisbucheinträgen, Mengenstaffeln oder Vertragspreisen befüllt, wenn Sie sie aktualisieren oder Sync Pricing Data ausführen.

Was ist der Preiswasserfall in Salesforce Pricing?

Der Preiswasserfall zeigt jeden Rechenschritt vom Listenpreis bis zum Endpreis. Sie sehen ihn, wenn Sie eine Pricing Procedure simulieren, und wenn Sie im Angebot mit der Maus über den Nettostückpreis einer Position fahren.

Können andere Systeme die Preisberechnung von Revenue Cloud nutzen?

Ja. Die Salesforce Pricing Business APIs enthalten eine Ressource für Headless Pricing, die einen Kontext anlegt und in einem Aufruf bepreist, dazu Ressourcen für den Preiswasserfall. Ein Portal oder ein Agent kann so einen Preis abfragen, ohne ein Angebot anzulegen.

Wie testet man eine Änderung an einer Pricing Procedure?

Einzelfälle mit der Simulation im Pricing Procedure Builder und die ganze Änderung gegen einen festen Satz von Referenzangeboten mit dokumentierten Soll-Nettopreisen. Live geht die Änderung erst, wenn alle Fälle stimmen.

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